Kowalski und Schmidt: Interview mit dem Fotografen Raf Gaweda (Quelle: rbb)
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Der fotografische Blick auf sexuell befreite Berliner - Interview mit dem Fotografen Raf Gaweda

Wir unterhalten uns mit dem polnischen Fotografen Raf Gaweda über seine Fotos von Menschen, die keine Angst haben, sie selbst zu sein.

Martin: „Hallo Rafał, schön bei dir zu sein. Was sind das hier für Fotos in deinem Studio?“

Raf: „Das sind Fotos, die sexuell befreite Berliner zeigen. Das sind Fotos von meinem letzten Projekt. Ich arbeite daran, seit einem Jahr, es ist ein Buch mit dem Titel „sex scapes“, das heißt sexuelle Landschaften einer Stadt.“ (Band 1, Berlin)

Martin: „Diese zum Beispiel?“

Raf: „Ja, es geht um Leute, die keine Angst haben sie selbst zu sein... Ich komme aus einer ultra-katholischen Familie, als Kind wurde ich sogar einer Therapie unterzogen, weil ich schwul bin.“

Martin: „Du arbeitest als Fotograf, aber eigentlich bist du Jurist, oder?“

Raf: „Ja, ich bin Jurist, habe auch bei einer Bank gearbeitet, war Haar-Stylist in Polen. Und erst seit sieben Jahren bin ich Fotograf und lebe davon.

Martin: „Was zieht dich nach Berlin? Also, was bietet dir die Stadt?“

Raf: „Berlin gibt mir den Freiraum, mich auszudrücken. Ja, Ich habe sieben Jahre in Sydney in Australien gewohnt, aber Australien – was nicht alle wissen - ist ziemlich konservativ, ausländerfeindlich und rassistisch in einigen Bereichen. Ich bin mit meinem Mann nach Berlin gezogen, um die Stimmung von Freiheit zu genießen und um mir keine Sorgen machen zu müssen.“

Martin: „Und Berlin hat auch die Berlinale, das große Filmfest. Gehst du auch hin?“

Raf: „Ja, aber ich habe das Programm noch nicht gelesen, weil ich mit meinem Buch beschäftigt bin. Ich verhandle gerade mit einem Verleger und bin zugedeckt mit Arbeit.“

Martin: „Ich drück dir die Daumen.“

Das Interview führte Martin Adam.

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