Die Illustratorin (Quelle: rbb)
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Bild: rbb

- Gesichter der Freiheit

Angela Merkel, Nina Simone, Pina Bausch ...  So unterschiedlich diese Frauen sind, sie verkörpern etwas Gemeinsames: Freiheit. Das meint zumindest Nadia Linek. Die Berliner Grafikerin mit polnischen Wurzeln schuf eine Reihe von markanten und expressiven Porträts - "Follow Women", "Folge den Frauen".

Nadia Linek
Illustratorin
"Ich habe dieses Projekt "Follow Women" genannt, weil ich ihnen folge. Sie kommen zu mir auf überraschenden Wegen, manchmal lese ich ein Zeitungsinterview und denke: Mein Gott, die muss ich zeichnen!

Manchmal folge ich einem Impuls, manchmal stöbere ich in Biografien. So war das bei Nina Simone. Ich habe ihre Musik gehört, viel über ihre Geschichte gelesen.

Aus meiner polnischen Kleinstadt habe ich so ein provinzielles - im wunderbarsten Sinne dieses Wortes - Beisammensein mitgenommen. Irgendwo ist ein Haus, wo sich Frauen treffen, diese Frauen gebären weitere Frauen und wir werden zu einer immer größeren Gruppe. Ich habe so eine schöne Erfahrung gemacht, und darauf basiert auch mein Projekt.

Die polnische Illustration hat gerade Konjunktur, sie erlebt eine Renaissance. Sie basiert auf der polnischen Schule der Plakatkunst, ist aber viel frischer.

Ich könnte mit diesem Projekt gutes Geld verdienen, einige ziemlich große Firmen haben sich bei mir gemeldet, weibliche Ikonen lassen sich gerade gut vermarkten und die großen Firmen wollen davon profitieren, aber mir ist nicht wohl bei dem Gedanken, es so zu kommerzialisieren.

Meine Sensibilität in meinen Grafiken, die Urheberrechte: das ist alles, was ich habe, ich muss das unbedingt schützen."

Nina Simone
"I'll tell you what freedom is to me: No fear!"

Nadia Link
"Das ist der Satz, ich werde das nutzen ..."

Worte, die inspirieren oder Frauen stark machen, oder sie aufwiegeln. Mein Projekt wird wohl als feministisch angesehen, aber ich würde lieber sagen, es ist ein Projekt für Frauen, mit viel Zärtlichkeit verbunden. Ich hege große Emotionen für die Frauen, die ich zeichne.

Mein Projekt startete mit bekannten, wiedererkennbaren Frauen, aber ich würde es gern erweitern um Porträts und Zitate von Frauen, die mir wichtig sind: Großmütter, Mütter, Freundinnen, irgendwelche Hexen, denen ich begegnet bin, inspirierenden Frauen. In Berlin fing alles an, die Stadt hat mich zum Handeln bewegt. Man muss tun, was einem am Herzen liegt, ohne zu zögern!

Autorin Joanna Ratajczak

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