billbord w warszawie
Bild: Agencja Gazeta

Katholisch-nationale Offensive auf Werbetafeln - Keine Hosen für Frauen?

"Eine Frau soll keine Männersachen tragen, und ein Mann soll keine Frauenkleider anziehen" - Das steht auf einer riesigen Werbetafel, mitten in Warschau.

In der Nähe der Górczewska Straße im westlichen Stadtteil von Warschau steht eine Werbetafel. Auf dieser zu sehen, ist ein Zitat aus dem Alten Testament. Es ist Teil einer neuen Kampagne, die von einer nationalistischen Organisation initiiert wurde.
 
Die Werbetafel wurde von der rechtsextremen Organisation Stowarzyszenie Roty Niepodległości bezahlt ("rota" ist ein archaisches Wort für eine kleine Militäreinheit und "niepodległość" bedeutet Unabhängigkeit).
 
"Warschau sagt NEIN zu der aggressiven LGBT-Ideologie! Heute wurden unsere Werbetafeln in der Hauptstadt aufgestellt, um die Menschen daran zu erinnern, was normal und was abweichend und pervers ist. Wir stimmen den aggressiven und gewalttätigen Aktionen der Aktivisten der Regenbogenfahne nicht zu.“ - Das schrieben die Initiatoren der Kampagne auf dem Facebook-Profil der Organisation und veröffentlichten ein Bild einer Werbetafel mit einem biblischen Zitat.
 
Gegründet wurde die rechtsextreme Organisation im Mai letzten Jahres von Robert Bąkiewicz, einem der führenden Kräfte des Nationalen Radikalen Lagers (ONR). (...)
 
Fragment aus dem Bericht von Kacper Sulowski, 10. September 2020, Gazeta Wyborcza
 
Übersetzung: Julia Karwatzki

Unser deutsch-polnisches Magazin "Kowalski & Schmidt" entsteht in Kooperation mit der Gazeta Wyborcza. Die Gazeta Wyborcza zählt zu den größten überregionalen Tageszeitungen in Polen. Täglich informieren unsere Kolleginnen und Kollegen der Gazeta Wyborcza über die aktuellen Entwicklungen im Land. Jeden Freitag fassen wir für Sie die Top-News der Woche zusammen und übersetzen diese.