Unabhängigkeitsmarsch, Warschau 2020
Bild: Sławomir Kamiński / Agencja Gazeta

Unabhängigkeitsmarsch 2020 - Trotz Verbots: Tausende Rechte marschieren durch Warschau

Übergriffe auf Polizisten, zum Teil schwer verletzte Journalisten und Passanten - das ist die Bilanz des diesjährigen Unabhängigkeitsmarsches in Polen.

Robert Bąkiewicz ist der Vorsitzende des Vereins, der am polnischen Nationalfeiertag die Unabhängigkeitsmärsche in Warschau veranstaltet. In seiner Eröffnungsrede sagte er:
 
"Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir wie Ritter sein. Ich wende mich in erster Linie an die (Fußball-)Fans, weil sie diejenigen sind, die die Regeln respektieren. Ihr könnt diese Nation heute aus den Trümmern heben und uns vor dem Nihilismus schützen, der aus dem Westen kommt. Ihr müsst die Verantwortung für euer Heimatland und eure Nation übernehmen. Dazu fordere ich euch auf. Andernfalls werden wir diesen Krieg verlieren."
 
Aufgrund der Pandemie war ein Auto- und Motorrad-Korso geplant
 
Zunächst planten die Nationalisten, den diesjährigen Marsch wie gewohnt zu organisieren. Der Bürgermeister von Warschau, Rafał Trzaskowski, war jedoch dagegen und verbot die Veranstaltung. Seine Entscheidung wurde vom Gericht (…) bestätigt. Daraufhin kündigte Bąkiewicz an, dass der diesjährige Marsch eine einzigartige Form haben würde. Die Teilnehmer sollten mit Autos und Motorrädern durch die Stadt fahren. (...)
 
Allerdings stimmten nicht alle Teilnehmer der Idee zu. (…) Nach der Rede von Bąkiewicz marschierten Tausende Menschen durch Warschau.
 
Steine, Feuerwerkskörper und Flaschen wurden auf Polizisten geworfen. Die Beamten reagierten mit Tränengas, Schlagstöcken und Gummigeschossen. Journalisten und Passanten verletzt. (...)
 
Fragment aus dem Bericht von Wojciech Karpieszuk, Dawid Krawczyk, Paweł Rutkiewicz, Kacper Sulowski, Wojciech Tymowski, Michał Wojtczuk, 12. November 2020, Gazeta Wyborcza
 
Übersetzung: Julia Karwatzki

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