Kowalski und Schmidt: Massentourismus in Auschwitz (Quelle: rbb)
rbb
Bild: rbb

- Massentourismus in Auschwitz

2019 war ein Rekordjahr: 2,3 Mio. Besucher kamen in die polnische Kleinstadt Oświęcim. Wir begleiten eine Klasse der elften Jahrgangsstufe aus Lübben und schauen, was sie von dem Besuch in Auschwitz für sich mitnehmen.

Auschwitz-Birkenau, das ehemalige deutsche Vernichtungslager, ein Besuchermagnet. Jedes Jahr neue Besucherrekorde. Sie kommen aus der ganzen Welt hierher. Die meisten Besucher kommen aus Polen, fast 400.000 im vergangenen Jahr.

Kowalski und Schmidt: Massentourismus in Auschwitz (Quelle: rbb)

Maja Łopatka, Schülerin

"Das ist ein Teil unserer Geschichte und es wichtig es zu wissen, wieweit der Mensch gehen kann. Was ein Mensch einem anderen Menschen antun kann."

In den Gebäuden des Lagers sind Erinnerungsstücke der Menschen ausgestellt, die dem Nazi-Terror zum Opfer fielen. Die meisten Menschen, die nach Auschwitz deportiert wurden, sind in den ersten Tagen nach ihrer Ankunft ermordet worden. Diese Schuhmenge von in den Gaskammmern Getöteten stammt nur von wenigen Tagen dieser tödlichen Mordfabrik.

Für viele Besucher aus Israel und den USA ist die Reise nach Auschwitz-Birkenau auch ein Gedenken an ihre Verwandten oder Vorfahren.

Kowalski und Schmidt: Massentourismus in Auschwitz (Quelle: rbb)

Robert Mendel-Solomon

"Wir sind das lebende Erbe der Getöteten, wenn wir hierherkommen. Damit werden wir niemals aufhören."

Mehr als eine Million Menschen wurden in Auschwitz-Birkenau von den Nazis ermordet. Bei der Befreiung des Lagers 1945 trafen die sowjetischen Soldaten auf erschöpfte, ausgemergelte Überlebende. Das wahre Ausmaß dieser Vernichtungsmaschinerie wurde deutlich.

Die Auschwitz-Birkenau-Stiftung möchte die Erinnerung an die Vergangenheit wachhalten. Und an die Menschen, die hier ihr Leben auf grausame Weise verloren haben, erinnern.

Immer wieder werden auch jetzt noch neue Dinge bei der Konservierung und Restaurierung entdeckt, die für Besucher bisher nicht sichtbar waren. So wie diese Zeichnungen in einer Baracke der Häftlinge. Das hier war einmal ein Waschraum für die Gefangenen, die hier eingepfercht wurden. Das Gedenken soll für die Besucher wachgehalten werden.

Kowalski und Schmidt: Massentourismus in Auschwitz (Quelle: rbb)

Dorota Kuczyńska, Museum Auschwitz-Birkenau

"Dieses Jahr wird ein Rekordjahr. Es kamen 2 Millionen, 300 Tausend Besucher. Ich glaube deswegen, weil mit der Zeit Auschwitz zu einem Symbol der Vernichtung der europäischen Juden geworden ist."

Ein Symbol, das auch von Schülergruppen aus der ganzen Welt besichtigt wird. Klassenreise der elften Jahrgangsstufe aus Lübben in Brandenburg. Für die Schüler eine Begegnung mit einem schrecklichen Teil der deutschen Geschichte. Bei den Rundführungen erzählen Museumsmitarbeiter, was hier geschah.

Krystyna Oleksy; Erinnerungsstiftung Auschwitz (Quelle: rbb)

Krystyna Oleksy, Erinnerungsstiftung Auschwitz

"Das war die Baracke, wo die Frauen, die besonders erschöpft oder krank waren, eigentlich auf den Tod in der Gaskammer gewartet haben."

Kowalski und Schmidt: Massentourismus in Auschwitz (Quelle: rbb)

Jasmin Lehmann, Schülerin

"Mir geht das sehr nah, ich finde das ultraschrecklich, es ist unmenschlich, finde ich."

Kowalski und Schmidt: Massentourismus in Auschwitz (Quelle: rbb)

André Baske, Schüler

"Ich weiß auch nicht, was in den Köpfen von den Leuten damals vorging. Ich kann das eigentlich kaum nachvollziehen."

Gang über das Gelände in Birkenau. Hier kamen die Züge mit den Deportierten an.

Kowalski und Schmidt: Massentourismus in Auschwitz (Quelle: rbb)

Paulina Richter, Schülerin

"Wenn sie da zur Gaskammer gegangen sind, finde ich das…, da läuft einem wirklich ein Schauer über den Rücken, weil man das gar nicht so begreifen kann."

Das Krematorium in Birkenau. Hier steht das Mahnmal. Zeit für Reflektion.

Kowalski und Schmidt: Massentourismus in Auschwitz (Quelle: rbb)

Florian Goran, Schüler

"Hier wird einem erst so richtig bewusst, in dem Ausmaß, wenn man die ganzen Baracken sieht, wie schlimm das eigentlich war und dieses Verbrechen, wieviel Menschen hier eigentlich gestorben sind und in welchen Zuständen sie dann gelebt haben im Lager. Und das ist dann ein beklemmendes Gefühl."

Kowalski und Schmidt: Massentourismus in Auschwitz (Quelle: rbb)

Autor Olaf Bock, Producerin Magda Karpinska

weitere Themen der Sendung