Delegation des EU-Parlaments im Niedersorbischen Gymnasium (Quelle: rbb)
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Delegation des EU-Parlaments im Niedersorbischen Gymnasium | Bild: rbb

EU-Delegation besucht die Lausitz - Hoher Besuch aus Straßbourg

Wenn sich Vertreter der EU die Lausitz aus nächster Nähe ansehen wollen, konkret die Lebensumstände der Wenden und Sorben, dann ist das durchaus etwas Besonderes. Initiator des Besuchs war Hannes-Wilhelm Kell. Er hatte 2015 eine Petition in Brüssel eingereicht, um auf die seiner Meinung nach zunehmende Existenzgefährdung seines Volkes aufmerksam zu machen.

Die zunehmende Inanspruchnahme von sorbischem Siedlungsgebiet durch den Tagebau sieht Kell als besondere Herausforderung an, aber auch die mangelnde materielle und finanzielle Unterstützung durch die Landesregierungen Brandenburg und Sachsen.
"Łužyca" ist beim Besuch der Vertreter des Petitionsausschusses des Europäischen Parlaments in der Niederlausitz, unter anderem auch im Niedersorbischen Gymnasium, dabei.

Delegation des EU-Parlaments im Niedersorbischen Gymnasium (Quelle: rbb)

Drei Mitglieder des EU-Petitionsausschusses  nahmen sich drei Tage Zeit und trafen sich mit Vertretern der Domowina, der Stiftung für das sorbische Volk, der LEAG, mit Oberbürgermeister Kelch in Cottbus und mit Bürgern des vom Tagebau bedrohten Dorfes Proschim, schauten bei Welzow selbst einmal in das Tagebaufeld, diskutierten mit Schülern  und Lehrern am Niedersorbischen Gymnasium darüber, ob und in welcher Qualität zweisprachiger Unterricht möglich ist.

Zwei der drei Gäste sind selbst Vertreter von Minderheiten: Pál Csásky gehört zu den Ungarn in der Slowakei, Tatjana Zdanoka zur russischen Minderheit in Lettland. Die Dritte war Margrete Auken aus Dänemark. Alle drei konnten sich gut in die Situation der wendischen Minderheit einfühlen, waren aber auch beeindruckt von dem, was bereits schon existiert: zweisprachige Beschilderungen in den Straßen und Institutionen, das Witaj-Projekt von der Kita bis zum Gymnasium, die Pflege des Brauchtums, die politische Mitsprachemöglichkeit auf kommunaler und Landesebene.

In einer Pressekonferenz machten sie noch einmal darauf aufmerksam, wie wichtig eine gute Vernetzung der Minderheiten untereinander ist, beispielsweise in der internationalen Dachorganisation FUEN. Immerhin gehören 50 Millionen Menschen den über 300 Minderheiten in Europa an. Man müsse deshalb immer wieder über den eigenen regionalen Tellerrand schauen, wissen, wie andere Minderheiten um ihre Rechte kämpfen.

Was folgt aber nun konkret nach dem Besuch hier in der Lausitz? Die EU-Abgeordneten werden alle Fakten noch einmal zusammentragen und dem gegenüberstellen, was Hannes-Wilhelm Kell in seiner Petition aufgelistet hatte. Es wird Kontakt gesucht zu den Landesregierungen in Potsdam und Dresden und auch zu sorbischen Institutionen wie der Domowina oder der Stiftung für das sorbische Volk. Spätestens bis Mai soll es eine Auswertung vor den EU-Abgeordneten geben. Was wohl eher nicht zu erwarten ist, so Pál Csásky, sind plötzlich sprudelnde Geldquellen aus Brüssel.

Delegation des EU-Parlaments im Niedersorbischen Gymnasium (Quelle: rbb)

Wusoki woglěd: delegacija EU we Łužycy

Gaž woglědaju cłonki Europskeje unije Łužycu, aby se zeznawali z wobstojnosćami Serbow, jo to južo něco wósebnego. Iniciěrował jo toś ten woglěd Hannes-Wylem Kell. Wón jo w lěśe 2015 peticiju zapódał, jo kśěł z tym dopomnjeś na pśiběrajuce wobgrozenje eksistence serbskego luda pśez wuglowe jamy.
"Łužyca" jo pódla na woglěźe zastupnikow peticiskego wuběrka EU w Dolnej Łužycy, mjazy drugim teke na Dolnoserbskem gymnaziumje.

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Stefan Göbel

Jugend-Porträt-Serie - Junge Leute mit wendischen Wurzeln

Die 22-jährige Isabel Berki war eines der ersten WITAJ-Kinder, in der Sielower Kita "Mato Rizo" beginnt sie Sorbisch zu lernen und sprechen. Nach dem erfolgreichen Abitur am Niedersorbischen Gymnasium studiert sie jetzt Lehramt für Master in Berlin.

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