Filmmotiv "Zeitensprünge: Winterferien" (Quelle: Stefan Göbel)
Stefan Göbel
Filmmotiv "Zeitensprünge: Winterferien": Fritz Kschammer aus Drehnow | Bild: Stefan Göbel

- Film "Winterferien/Zymske prozniny"

Junge Leute haben bei der "Lausitzer Filmschau" im Rahmen des Cottbuser Filmfestivals im November 2019 ihre kurzen filmischen Werke präsentiert. Hier stellen wir den Beitrag des Niedersorbischen Gymnasiums vor.

Auch Schüler des Niedersorbischen Gymnasiums Cottbus waren dabei. Sie haben ein interessantes Filmprojekt gemeistert - gemeinsam mit Ihrer Lehrerin Angela Schurmann. Enstanden ist ein Film zur Thematik "Sorben in der DDR" mit dem Titel "Winterferien".

Sorbischer Filmemacher und Łužyca-Autor Stefan Göbel (Quelle: rbb)
Sorb. Filmemacher Stefan Göbel

film "zymske prozniny"

W kinowem zalu "Weltspiegel" stej w ramiku chóśebuskego filmowego festiwala w nowembrje 2019 dwa filma w serbskej rěcy wiźeś byłej. Dwa filma, kótarejž stej byłej źěl „Łužyskeje filmoweje pśeglědki“. Młode luźe su pśi tom prezentěrowali swóje krotke filmowe twórby.
Teke wukniki Dolnoserbskego gymnaziuma su pódla byli. Wóni su zajmny filmowy projekt zmejstrowali - gromaźe zes ceptaŕku Angelu Šurmanoweju. Nastał jo film z tematiku "Serby w NDRskem abo DDRskem casu". Film, kótaremuž se groni "Zymske prozniny" Wam how prezentěrujomy..

Projekt "Zeitensprünge"

Das Cottbuser Menschenrechtszentrum nahm teil am Programm "Zeitensprünge" des Landesjugendrings Brandenburg. Die Idee dahinter: Jugendliche aus Cottbus und Umgebung sollen erforschen, wie Niedersorben/Wenden in der DDR gelebt haben. Daraufhin kam es zu einer sehr intensiven Zusammenarbeit mit Schülern vom Niedersorbischen Gymnasium und dem jungen Filmemacher Stefan Göbel. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Interview vom Koordinator des Ganzen, dem Bildungsreferenten Johannes Näder.

Symbolbild des Projektes "Zeitensprünge" in Cottbus (Quelle: rbb/Mirko Franceschina)

Der etwas andere Geschichtsunterricht

Interview von Konstanze Schirmer mit dem Koordinator,
dem Bildungsreferenten Johannes Näder




Wie sind Sie denn darauf gekommen, sich mit dem Leben der Sorben in der DDR auseinanderzusetzen?

Wir beschäftigen uns  ja hier am Menschenrechtszentrum in Cottbus sehr viel mit dem Leben in der DDR, aber meines Wissens hat es noch keine umfassende Aufarbeitung dazu gegeben, wie es den Niedersorben zwischen Spreewald und Hoyerswerda ergangen ist. Eine Minderheit, die als solche zwar durchaus staatlich gefördert worden ist, aber eben auch misstrauisch beäugt. Für uns entstand die Frage: Wer könnte das machen, wer sucht Zeitzeugen, befragt sie und verarbeitet das ganze Material? Und da lag es nahe, sich an das Niedersorbische Gymnasium zu wenden, wo wir in der Geschichtslehrerin Frau Schurmann eine ganz tolle Kooperationspartnerin gefunden hatten.

Wie kam es dann aber zu dem Filmprojekt?

Angela Schurmann  ermunterte ihre Schüler in der 11. Klasse dazu, sich mit diesem Stück Heimatgeschichte zu beschäftigen, Zeitzeugeninterviews zu führen und ihre Arbeitsergebnisse öffentlich zu präsentieren. Uns stellte sich dann die Frage, wie wir die Ergebnisse langfristig sichern könnten. Die Jugendlichen selbst hatten die Idee zu einem Film. Und hier knüpfte die Geschichtslehrerein Frau Schurmann den Kontakt zu einem ihrer ehemaligen Schüler, nämlich Stefan Göbel, der ja in Cottbus als Filmemacher schon etwas Bekanntheit genießt. Und Stefan hat in einem Winterferien-Workshop mit Jugendlichen das Material gesichtet, ausgewertet zum Teil noch etwas neu gedreht. Eine sehr intensive und langwierige Arbeit, denn das Ganze zog sich ja hin von September 2017 bis zum  November 2019.

Wie kam der Film zum Festival des osteuropäischen Films, konkret zur Filmschau?

Auch hier waren es die Schüler selbst, die den Film zur Cottbuser Filmschau einreichen wollten. Für die Jugendlichen war es natürlich etwas ganz Besonderes, ihr Werk nach zwei Jahren auf der Leinwand zu sehen. Außerdem hat er eine sehr emotionale Premiere mit Zeitzeugen im Niedersorbischen Gymnasium selbst erlebt. Aber - ohne die Unterstützung durch die Stiftung für das Sorbische Volk und den Landesjugendring wäre dieses für die Jugendlichen identitätsstiftende Projekt nicht möglich gewesen. Großer Dank gilt natürlich auch den Männern und Frauen, die sich als Zeitzeugen zur Verfügung gestellt haben.

Vielen Dank für das Gespräch!

weitere Themen der Sendung

Lausitzer Filmschau 2019: Filmteam "Wilde Frau" erhielt Preis der Stiftung für das sorbische Volk (Quelle: FFC)
FilmFestival Cottbus

Film "Wilde Frau/Źiwa žeńska"

Junge Leute haben bei der "Lausitzer Filmschau" im Rahmen des Cottbuser Filmfestivals im November 2019 ihre kurzen filmischen Werke vorgestellt. Hier können Sie den Beitrag der jungen Filmemacherin Hella Stoletzki sehen.