Filmemacher Donald Saischowa (Quelle: Momo Kohlschmidt)
Momo Kohlschmidt
Filmemacher Donald Saischowa | Bild: Momo Kohlschmidt

muzikowa dokumentacija/eine Musikdokumentation - Serbski pop

Pop aus der wendischen Niederlausitz in all seinen Spielarten steht im Mittelpunkt der neuen Dokumentation von Donald Saischowa. Es ist eine Zeitreise durch 70 Jahre Musikgeschichte quer durch alle populären Genre.
Pop ze serbskeje Dolneje Łužyce we wšych wariantach stoj w srjejźišću noweje dokumentacije znatego filmowca Donalda Saischowy. Jo to casowe drogowanje pśez 70 lět muzikoweje historije pśez wšykne popularne žanry.

Der junge Redakteur Gregor Kliem, selbst Musiker, begibt sich auf die Suche nach Personen, Orten und Tönen. Aus Archiven und von Flohmärkten fördert er dabei Erstaunliches zum Vorschein.
Zum Beispiel überaus rare Aufnahmen aus der Frühzeit des Fernsehens mit der Bigband "Astoria". Günter Gocht, Sänger, Solotrompeter und letzter Leiter des Orchesters, gibt mit viel Witz Auskunft über eine klangvolle Ära fern von mp3 Downloads und Homerecording Studios.
Wir sind zu Besuch bei der ostdeutschen Schlagerikone Ingrid Raack. Sie wurde einst durch den sorbischen Rundfunk entdeckt.
Im Austausch mit seinem erfahrenen Kollegen, dem ehemaligen sorbischen Musikredakteur Ulrich Pogoda, wird ein faszinierender Bogen gespannt über die Produktionsweise und Verbreitung niedersorbischer Unterhaltungsmusik von der Vergangenheit bis in die Gegenwart.
 

Jugendporträt: Gregor Kliem mit der Nyckelharpa (Schlüssel-Fidel) (Quelle: rbb/Stefan Göbel)
Musiker und Redakteur Gregor Kliem

Lausitzer Musikstars

Die Kamera findet weitere Protagonisten vor den Mikrofonen: ein Who‘s who Lausitzer Musikstars bei Auftritten und aktuellen Rundfunkaufnahmen. Darunter die Jazzgrößen Detlef Bielke und Lu Schulz, die legendären Folkrocker "Die Folksamen" und der grandiose Chor "PopKon".
Kaum jemand weiß: viele, die wendische Musik machen, kommen aus der deutschen Nachbarschaft. Viele standen mit etablierten ostdeutschen Stars auf der Bühne wie Manfred Krug, Frank Schöbel oder Günter Fischer.
Die Dokumentation von Donald Saischowa macht deutlich: wendischer Pop lebt. Sie stellt unter Beweis, Sorbisch als Kunst- und Kultursprache ist nicht nur überlebens-, sondern auch international konkurrenzfähig.
Lena Hauptmann, eine junge deutsche Interpretin aus Cottbus gewann 2019 den Publikumspreis beim 27. Rock & Chansonfestival "Köln-Breslau-Paris" mit einem wendischen Popjazz-Song. Wie sie in der Doku "Serbski Pop" sagt, steht Niedersorbisch in ihrem Repertoire längst gleichberechtigt neben portugiesischen, spanischen und englischen Jazz- und Bossa Nova Standards.
Und ganz nebenbei wird der Musikredakteur Gregor Kliem zum "Jäger eines verlorenen Schatzes": auf dem Ex-DDR Schallplattenlabel Amiga sind einst (lediglich) zwei sorbische Schlagerplatten gepresst worden.

Mitwirkende in der Dokumentation

sobustatkujce w dokumentaciji

Gregor Kliem
Günter Gocht, Tanzorchester/rejowański orchester "Astoria"
Ingrid Raack
"Honky Tonky", Christian "James" Müller
Duo LeDazzo: Lena Hauptmann und Dan Baron
Jakob Gruhl
Die Folksamen
Wiebke Reichenbach
Monika Klesse
Detlef Bielke, Lu Schulz
Chor "PopKon"
Gerald Schön, "Kula Bula"
Schülerinnen und Schüler sowie Chor des Niedersorbischen Gymnasiums
wuknice a wukniki Dolnoserbskego gymnaziuma
Werner Meschkank/Měškank, Ulrich Pogoda

Kamera/kamera: Clemens Schiesko
Ton/zuk: Stefan Göbel
Schnitt/pśirěz: Cornelia Zaluskowski 

 

1. sorbisches rbb Livekonzert SERBPOP

Es bahnt sich was an, in der sorbischen Musik. Sorbischer Hiphop, Elektro, Jazz, Pop… Wo hört man das? Natürlich im Sorbischen Programm des rbb. Die Redaktion im Studio Cottbus produziert für ihre Sendungen jedes Jahr sorbische Musik mit jungen Akteuren. Die kommen aus  Dresden, Berlin, Leipzig und der Lausitz. Beim sorbischen rbb Livekonzert SERBPOP am 26. Oktober 2019 im Cottbuser Glad-House standen sie zum ersten Mal live gemeinsam auf die Bühne.
Darunter auch bekannte Namen: Der PopKon Chor aus Cottbus präsentierte Modern Vocal Music auf Sorbisch. Juliane Baruck und Kaj Schlicht verbanden Minimal Music und Pop, gingen dabei auf Spurensuche nach der wendischen Vergangenheit der Sängerin. Das neue Cottbuser Jazz-Trio TWO OF US steht für präzise Arrangements und einen kraftvollen Soul. Die sechs Musiker vom folk studio projekt sind Brückenbauer zwischen sorbischem Traditional, Funk und aktuellem Pop. Und die Berliner Cellistin Esther Budischin wagte mit ihrem Streichquartett ein Crossover von sorbischer Klassik und Lounge.
Hier finden Sie mehr Informationen zum Konzert und können das gesamte Konzert nachhören.