Patricia Vasapollo (li.) und Klara Deutschmann (Quelle: Patricia Vasapollo )

5 Fragen an... - Redakteurin: Patricia Vasapollo

Redakteurin Patricia Vasapollo denkt, dass jeder sofort ein Bild vom Schlaraffenland m Kopf hat: das Land in dem Milch und Honig fließen, wo die gebratenen Tauben durch die Luft fliegen und wo man fürs Nichtstun belohnt wird.

1. Warum haben Sie sich entschieden, „Das Märchen vom Schlaraffenland“ zu verfilmen?

Wir waren auf der Suche nach einem Titel, mit dem die Zuschauer auf Anhieb etwas verbinden. Und obwohl die Ballade vom Schlaraffenland von Hoffmann von Fallersleben sehr kurz ist, (noch kürzer ist der Stoff bei den Brüdern Grimm), so hat doch jeder sofort ein Bild im Kopf: das Land in dem Milch und Honig fließen, wo die gebratenen Tauben durch die Luft fliegen und wo man fürs Nichtstun belohnt wird. Wir fanden es spannend, uns vorzustellen, wie es sich denn dort so lebt, wenn man den lieben langen Tag nichts arbeiten muss.

2. Was hat Sie beim Dreh zum Lachen gebracht?

Das Gesicht der Komparsen beim Anblick des echten Schweinekopfs am Marktstand des Fleischers. 

3. Was war die größte Herausforderung bei dieser Produktion?

Die gesamte Umsetzung des Stoffes war eine einzige Herausforderung, angefangen beim Drehbuch, das wir im Grunde komplett neu schreiben mussten. Denn eigentlich gibt es zum Schlaraffenland keine richtige, dramaturgisch funktionierende Geschichte. Es ist eher ein literarischer Topos für einen Ort, an dem es allen gut geht und keiner arbeiten muss. Aber das ist ja noch keine Geschichte, sondern ein Zustand.

Aber auch bildlich standen wir vor einer Riesenherausforderung, denn wir haben alle Szenen im Schlaraffenland vor Blue Screen gedreht und die Märchenwelt später per CGI hinzugefügt. Unser Szenenbildner hat dafür eine ganz eigene Fantasiewelt erfunden, die wir mit Hilfe von CGI zum Leben erwecken konnten. Das war mit Sicherheit für alle in technischer Hinsicht eine der allergrößten Herausforderungen ihrer beruflichen Laufbahn, vom Regisseur über den Kameramann bis hin zum Szenenbildner.

 

4. Wie würden Sie Ihr Märchen interpretieren? Was ist daran noch wichtig für die heutige Zeit?

Das Märchen ist so aktuell wie nie. Schließlich leben wir hier in Deutschland bereits in so einer Art Schlaraffenland, wenn wir es mit einem Großteil der Welt vergleichen. Wir haben Nahrung und Kleidung im Überfluss, ein funktionierendes Gesundheitssystem und allerlei Freizeitvergnügungen. Und deshalb wollen auch viele zu uns. Zu Drehbeginn setzten sich die großen Flüchtlingsströme in Bewegung und es wurden die ersten Zäune errichtet, um unseren Wohlstand zu schützen. Im Film gibt es eine Szene, in der Herr Camembert verhindern möchte, dass unser Protagonist Paul zurück in sein armes Leben kehrt, denn wenn er dort erzählt, wie schön es im Schlaraffenland ist – so befürchtet er - dann wollen doch alle ins Paradies und dann ist es mit der Ruhe vorbei.

Gleichzeitig zeigen wir in dem Film aber auch, wie Überfluss und Völlerei zu Langeweile, Antriebslosigkeit und Mangel an Neugier führen. Wenn man um nichts mehr kämpfen muss und keine Ziele hat, dann können die Tage schon ganz schön lang werden. 

Fünf Fragen an die Macher

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  • Thomas Brinx & Anja Kömmerling (Quelle: www.brinx-koemmerling.de)
    www.brinx-koemmerling.de

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    Drehbuchautoren: Thomas Brinx und Anja Koemmerling

    Die Herausforderung für die Drehbuchautoren Thomas Brinx und Anja Koemmerling war, dass es eigentlich keine Vorlage zu dem Märchen gab.

  • Carsten Fiebeler und Hans Diehl (Quelle: Margot Bolender)

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    Regisseur: Carsten Fiebeler

    Für Regisseur Carsten Fiebeler steckte die Produktion voller riesiger Herausforderungen. Das Schlaraffenland musste in Bilder verwandelt werden, da dieser Ort real nicht existiert.