Carsten Fiebeler und Hans Diehl (Quelle: Margot Bolender)

5 Fragen an... - Regisseur: Carsten Fiebeler

Für Regisseur Carsten Fiebeler steckte die Produktion voller riesiger Herausforderungen. Das Schlaraffenland musste in Bilder verwandelt werden, da dieser Ort real nicht existiert. 

1. Was war die größte Herausforderung bei dieser Produktion?

Diese Produktion steckte voller riesiger Herausforderungen. Wir mussten das Schlaraffenland in Bilder verwandeln. Da dieser Ort real nicht existiert, müssen wir ihn virtuell erschaffen. Das bedeutet, wir haben über die Hälfte des Films im Studio vor Greenscreen gedreht und alle Gewerke, vor allem die Schauspieler mussten in einer Welt spielen, die sie weder sehen, fühlen noch riechen konnten. Erst im Nachherein sind am Computer die Landschaften, die Räume und einige wundersame Gegenstände entstanden.

2. Was hat Sie beim Dreh zum Lachen gebracht?

Friedrich von Liechtenstein spielt den Debreziner, als quasi „Botschafter“ des Schlaraffenlandes und musste dafür, wie eine mechanische Spieluhrfigur auf einer Scheibe stehen und schwebt mit dieser, wie eine Art „fliegende Untertasse“ über dem Boden. Dazu musste er singen und auch noch steppen. Da war nicht nur extrem schwierig in der Umsetzung, sondern auch urkomisch.

3. Gab es während der Dreharbeiten besonders schwierige Momente?

Einer dieser unzähligen Momente war sicher der Bruch durch die Griesbreimauer. Die Figur Paul, wunderbar gespielt von Björn Ingmar Böske, muss sich ja durch die Griesbreimauer fressen, um ins Schlaraffenland zu gelangen. Was er nicht wissen kann, das Ende der Griesbreimauer ist auf der anderen Seite das Firmament des Schlaraffenlandes. Und so gelangt er nach dem Durchbruch im freien Fall ins Schlaraffenland. Ingmar musste also in einem schmalen Schlauch voll mit schleimigem Griesbrei aus der Mauer schießen, um dann in die Tiefe zu stürzen. Ein spektakulärer Stunt.

4. Was ist die Besonderheit an der Figur Paul?

Die Reise der Figur Paul ist besonders. Er kommt aus ärmlichsten Verhältnissen. Er muss schwer arbeiten und hat eine totkranke Schwester, die ihn ermutigt, den einzigen Besitz der Eltern herzugeben, um die ungewisse Reise in ein „wohlmöglich“ existentes Schlaraffenland zu wagen. Nicht ganz uneigennützig, weil auch er gern dem Elend entfliehen möchte. Dann schafft er es nach einigen harten Prüfungen hinein und glaubt sich am Ziel seiner Träume. Anfangs bleibt er sogar seinem Vorsatz treu, sich nur die Taschen voll zu stopfen, um sofort wieder den Heimweg anzutreten. Doch dann ziehen Müßiggang und Überfluss ihn in seinen Sog. Erst die aufkeimende Liebe von Pralina rettet ihn aus den Fängen der Verführungen und gibt ihm seine alte Kraft zurück.

5. Was ist die Moral von der Geschicht‘?

Das Märchen vom Schlaraffenland“ ist hoch aktuell. Man könnte von einer märchenhaften Entsprechung der heutigen politischen Situation in Deutschland, von ganz Europa sprechen. Was bedeuten Europa, insbesondere Deutschland für viele der kriegsgebeutelten Flüchtlinge aus der ganzen Welt? Nichts anderes als eine Art Schlaraffenland. Sie kommen aus Krieg und Armut und sehen Frieden, Überfluss und Wohlstand. Paul kommt stellvertretend aus dieser Armut und erlebt im gelobten Land neben Überfluss in erster Linie Abschottung, Verdruss und Ablehnung. Jeder Figur des Märchens kann man so problemlos eine Entsprechung in unserer, realen Existenz zuordnen. Und das finde ich großartig. Auf märchenhafte Weise kann so für gelebte Wirklichkeit sensibilisiert werden. Und das für Jung und Alt. Welches Märchen kann das schon für sich in Anspruch nehmen?

Fünf Fragen an die Macher

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  • Thomas Brinx & Anja Kömmerling (Quelle: www.brinx-koemmerling.de)
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    Drehbuchautoren: Thomas Brinx und Anja Koemmerling

    Die Herausforderung für die Drehbuchautoren Thomas Brinx und Anja Koemmerling war, dass es eigentlich keine Vorlage zu dem Märchen gab.

  • Patricia Vasapollo (li.) und Klara Deutschmann (Quelle: Patricia Vasapollo )

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    Redakteurin: Patricia Vasapollo

    Redakteurin Patricia Vasapollo denkt, dass jeder sofort ein Bild vom Schlaraffenland m Kopf hat: das Land in dem Milch und Honig fließen, wo die gebratenen Tauben durch die Luft fliegen und wo man fürs Nichtstun belohnt wird.