Boris Schönfelder und Katharina Possert (Quelle: Michael Rahn)
Bild: Michael Rahn

5 Fragen an... - Produzent: Boris Schönfelder und Producerin: Katharina Possert

Für den Produzenten Boris Schönfelder und die Producerin Katharina Possert war es wichtig, neben guter Unterhaltung auch etwas Wertvolles mit auf den Weg zu geben. 

1. Hatten Sie als Kind ein Lieblingsmärchen? Und wenn ja, warum dieses?

Katharina Possert: „Der standhafte Zinnsoldat“, weil es eine riesige, epische Liebesgeschichte zwischen zwei winzigkleinen Spielzeugen ist. Was für ein Filmstoff! Leider nicht ganz unkompliziert zu verfilmen. Diese traurige, melancholische Welt von Hans Christian Andersen und der tiefe Schmerz seiner Figuren hat mich immer schon fasziniert. Ich liebe auch die Andersen-Illustrationen von Edmund Dulac. Wenn ich die Bilder sehe, geht bei mir sofort das Kopfkino los... 

2. Das Märchen von Hans Christian Andersen hat ein sehr unglückliches Ende. In Ihrer Adaption finden Prinz und Prinzessin doch zueinander. Warum haben Sie sich für diesen neuen Ansatz entschieden?

Im Original wird die Prinzessin für ihre Oberflächlichkeit erniedrigt und bestraft. In der modernen Lesart möchte man, dass die Figuren etwas lernen und eine emotionale Erkenntnis haben, Neben guter Unterhaltung möchte man dem jungen Publikum ja auch etwas Wertvolles mit auf den Weg geben. 

3. Wie würden Sie persönlich dieses Märchen interpretieren? Welche Botschaft macht den Stoff besonders aktuell? 

Wie die Autoren und der Regisseur schon gesagt haben: Legt das Handy weg! Unsere Interpretation von Schweinehirt hat aber auch eine starke, zeitlose Botschaft: Man kann einen Fehler machen, den aber auch wieder grade biegen. Es ist nie zu spät für einen Neuanfang!

4 . Was war für Sie die größte Herausforderung bei den Dreharbeiten?

Bei Milan Peschels Szenen nicht zu lachen, und dadurch die Tonaufnahmen zu versauen!

5. Sie haben einen Wunsch frei: Welches Märchen würden Sie gerne adaptieren?

Boris Schönfelder: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel – „neu verföhnt“. Weil Haselnüsse mit Föhnfrisur...nein ohne Schmarrn, das ist ein tolles Märchen, das Kultstatus hat.

Ich liebe das Märchen und die tschechisch-deutsche Koproduktion, die schon 40 Jahre alt ist. Manches ist darin schon sehr fortschrittlich, aber man hat insgesamt heute einfach sehr viel mehr Möglichkeiten und Expertise, einen solchen Film herzustellen. Jenseits des Filmtechnischen sollte sich der Prinz aber auch unbedingt verdienen, die Prinzessin am Ende zu bekommen.

Katharina Possert: Für die Märchen-Reihe „Sechs auf einen Streich“ sind die Klassiker aus unserem Kulturkreis jetzt ja leider fast alle schon gemacht worden. Zu mindest die, die realistisch verfilmbar sind. Um unsere verzweifelte Schweinehirt-Königin zu zitieren: „Die Silbermiene ist erschöpft!“. Nein nur Spaß, das ist ja das Tolle an Märchen! Egal aus welchem Kulturkreis sie stammen: Sie funktionieren immer nach denselben Regeln, das Gute siegt über das Böse, der mutige, kluge wird belohnt, wahre Liebe zählt. Werte wie Gerechtigkeit, Freundschaft, Wohlstand, Liebe und Gesundheit sind zeitlos und universell und immer schon, überall auf der Welt, haben sich die Menschen dazu, packende Geschichten ausgedacht. Es gibt also noch viel zu entdecken und zu erzählen.

 

Fünf Fragen an die Macher

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