Produzent Marcus Roth, Foto: Georg Wendt
Bild: dpa / Georg Wendt

5 Fragen an... - Produzent: Marcus Roth

Wenn es am Ende keine eindeutigen guten und bösen Figuren gibt, Prinzessin Sarah und die Hüterin einen gemeinsamen Pakt für die Zukunft schließen, befinden wir uns mit dieser Botschaft mitten im Hier und Jetzt.

Warum haben Sie sich für die Verfilmung von „Der starke Hans“ entschieden?

Wir haben in diesem nicht so bekannten Märchens eine Menge Potential gesehen, Themen und Motive unserer heutigen Zeit anzusiedeln. Klassische Rollenbilder, die neu interpretiert werden, Wesen aus dem Wald (Klipperer und Dreher), die als bezauberndes comic relief funktionieren und eine nicht ganz typische Liebesgeschichte mit offenem Ende. Der Starke Hans hat uns mehr Freiheiten geboten, als man auf den ersten Blick von einem Märchen aus dem 19. Jahrhundert erwarten würde.

Wie würden Sie persönlich dieses Märchen interpretieren? Welche Botschaft macht den Stoff besonders aktuell?

In einem neu angebrochenen Jahrzehnt, das stark vom Umgang mit unserem Planeten für nachfolgende Generationen geprägt ist, bekommt die Natur eine eigene Dimension. In unserem Märchen ist es der Wald als Sehnsuchtsort, der zu einem Raum wird, in dem sich Wesen aus beiden Welten, der zivilisierten und der magischen Welt begegnen und Möglichkeiten der Interaktion entstehen. Die Wesen des Waldes werden immer mehr an den Rand gedrängt. Wenn es am Ende keine eindeutigen guten und bösen Figuren gibt, Prinzessin Sarah und die Hüterin einen gemeinsamen Pakt für die Zukunft schließen, befinden wir uns mit dieser Botschaft mitten im Hier und Jetzt.

Was war aus Produzentensicht eine besondere Herausforderung bei den Dreharbeiten?

Die größte Herausforderung war es nicht ständig bei den Takes von Dreher und Klipperer in schallendes Lachen auszubrechen.

Was hat Ihnen beim Dreh besonders Spaß gemacht?

Täglich durch die unglaubliche Arbeit der Ausstattungs- und Kostümabteilung mitten in einem Märchen aufzuwachen, mit einem tollen Team in den verwunschenen fränkischen Wäldern zu drehen.

Bei welcher Märchenfigur, an welchem märchenhaften Ort würden Sie gerne an die Tür klopfen?

Beim starken Hans natürlich, vielleicht ist er ja von seiner Reise schon wieder zurück und trägt mir den schweren Schrank aus dem Wohnzimmer und da wäre noch das Sofa, das in den 2. Stock muss… und wenn wir schon gerade dabei sind…