Redakteur*innen Annette Walter und Christoph-Reyer, Foto: WDR / Annika Fußwinkel
Bild: WDR / Annika Fußwinkel

5 Fragen an... - Redakteur*innen: Christoph Reyer, Annette Walther

"Manch eine ahnt anfangs nicht, was in ihr steckt und wie viel Kraft sie dabei entwickeln kann, mutig den eigenen Weg zu gehen."

Warum haben Sie sich für die Verfilmung von „Helene, die wahre Braut“ entschieden?

Der Film basiert auf den Texten „Helene“ und „Die wahre Braut“ aus den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein und den Brüdern Grimm. Die Originalmärchen sind kurz, aber uns gefiel die Möglichkeit, anhand der Figur Helene die klassische Heldenreise einer jungen Frau zu erzählen, die sich von einer verzagten Person, abhängig von der bösen Stiefmutter, zu einer starken Frau entwickelt, die ihre eigenen Ziele definiert.

Wie würden Sie Ihr Märchen interpretieren? Was ist daran noch wichtig für die heutige Zeit?

Helene geht ihren Weg, und indem sie aktiv wird und ihr Leben in die Hand nimmt, überwindet sie ihre Abhängigkeit und den Tiefpunkt ihrer Krise und wächst daran. Ein Prozess, der auch in unsere Zeit passt und eine wunderbare Botschaft, dass das gelingen kann.

Was war Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung bei der Adaption der Vorlage?

Das waren verschiedene: Die literarische Vorlage zerfällt sowohl bei Bechstein als auch bei den Brüdern Grimm in zwei Teile – Helenes Leben mit der Stiefmutter bis zur Entstehung des Schlosses und das Leben und ihre Liebe zum Prinzen danach. Dramaturgisch ungünstig, wenn man beim Erzählen im Fluss bleiben will. Auch der Prinz bereitete uns Kopfzerbrechen. Es sollte einen triftigen Grund geben, warum er von Helene ablässt. Und dann wollten wir eine moderne Heldin mit mehr Kontur. Das zu entwickeln und aus einem Guss zu erzählen, ist der Autorin Katja Kittendorf und dem Regisseur Heino V. Kronberg gut gelungen, finden wir.

Welche Figur fanden Sie bei Ihrer Verfilmung besonders spannend?

Helenes Entwicklung steht natürlich im Vordergrund. Spannend fanden wir aber auch das Zusammenspiel der drei Frauen Helene, Cleo und Prinzessin Josefine, die sich auf positive Weise gegenseitig unterstützen. So soll’s ja auch sein.

Was hat Ihnen bei den Dreharbeiten besondere Freude bereitet?

Zu sehen, wie die Ideen nach der Drehbucharbeit allmählich Gestalt annahmen und die Darstellerinnen und Darstellern die Szenen zum Leben erweckt haben. Wir haben großen Respekt davor, wie das von allen Beteiligten trotz der schwierigen Produktionsbedingungen in der Corona-Zeit gelungen ist.