Regisseur Markus Dietrich (Quelle: Michael Ihle)

5 Fragen an... - Regisseur: Markus Dietrich

Für Regisseur Markus Dietrich war es großartig im Wald seine ganz eigene Feenwelt kreieren zu dürfen.

1. Hatten Sie als Kind ein Lieblingsmärchen? Und wenn ja, warum dieses?

Ich habe alles aufgesogen, was von Rittern, Drachen, Feen und Hexen handelte. Am Anfang waren es nur die Bilder in den alten Büchern meiner Großeltern und später dann natürlich die ersten Gehversuche im Selberlesen. Aber es gibt tatsächlich ein Märchen, an das ich als Kind und auch heute immer wieder denken muss. Vielleicht nicht unbedingt das, was man als Liebling bezeichnen würde. Aber „Hänsel und Gretel“ hat irgendwie Bilder in mir freigesetzt, die ich bis heute mit mir herumtrage. Bilder von riesigen dunklen Wäldern, von Steinen die im Mondlicht leuchten und natürlich von jenem Haus, das man essen kann. Ein sehr dunkles, sehr intensives Märchen von der Loslösung - oder heute würde man wohl eher „Coming of Age“ sagen.

2. Wie würden Sie persönlich „Prinz Himmelblau und Fee Lupine“ Märchen interpretieren? Welche Botschaft macht den Stoff besonders aktuell?

Ein Fuchs sagte einmal: „Man sieht nur mit dem Herzen gut…“ Das lässt sich sehr gut auf unser Märchen übertragen. Das Wahre, dass, was uns ausmacht, kommt von innen. Und in einer Zeit, wo Oberflächlichkeiten und Äußeres mehr zählen als alles andere, ist das schon eine tolle Botschaft.

3. Was hat Ihnen beim Dreh besonders Spaß gemacht und welcher Moment war am berührendsten?

Als ich so 14 oder 15 war, bin ich mit einer der ersten Digitalkameras am Markt in den märkischen Wald gerannt und habe den „Herr der Ringe“ angefangen, zu verfilmen. Ich habe es zum Glück nie vollendet. Dann wurde ich älter, Peter Jackson drehte seine gigantische Trilogie und ich fortan nur noch Kurzfilme, die sich dem Existenzialismus verschrieben hatten. Und fast 23 Jahre später stand ich wieder im Wald und durfte eine eigene Feenwelt kreieren. Das war großartig und hat sehr viel Spaß gemacht. 

Berührt hat mich dabei, dass ich ein Team und Schauspieler hatte, die diesen Spaß geteilt haben und sich voll und ganz dieser Märchenwelt hingegeben haben. Vielen Dank dafür.

4. Welche der Figuren bei „Prinz Himmelblau und Fee Lupine“ finden Sie besonders spannend?

Als Regisseur finde ich grundsätzlich alle Figuren, Mensch wie Tier, spannend. Sonst wäre der Film verloren. Aber als ich das Buch zum ersten Mal las, war ich sehr von der Königin angetan. Ihre übertriebene „Liebe“ zum Sohn bringt Himmelblau zunächst in diese missliche Lage. Am Ende bekommt sie eine Wendung und erkennt, was für ein fatales Spiel sie eigentlich gespielt hat. Das macht die Figur der Königin sehr komplex. 

Und dann wäre da natürlich noch Pony Alfonse. Eigentlich ist er meist im Hintergrund. Aber Alfonse weiß immer ganz genau, was Sache ist.

5. Sie haben einen Wunsch frei: Welches Märchen würden Sie gerne verfilmen?

Als alter Kosmonautenfreak bin ich an allem interessiert, was fliegt. Und eine meiner ersten „Raketen“ als Kind war der Wohnzimmerteppich meiner Oma. Der wurde im Handumdrehen zum fliegenden Teppich umfunktioniert und ab ging es in die faszinierende Welt von „Tausend und eine Nacht“. Wenn ich also einen Wunsch frei hätte, dann wäre es wohl ein Märchen aus diesem gigantischen Kosmos. Mit Teppich und allem was dazu gehört.

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