David Ungureit (Quelle: dpa/Frank May)

Autor David Ungureit - Fünf Fragen, fünf Antworten

Dieses Märchen ist so vieldeutig, dass ich bei jedem Lesen eine neue Interpretation habe.

1. Von welchem Märchen konnten Sie als Kind nie genug vorgelesen bekommen?
Ich habe "Hänsel und Gretel" sehr gemocht, weil es so gruselig und spannend war und "Der kleine Muck", weil es so fremd und lustig war.

2. Welche Figur wären Sie gerne im Märchen "Rumpelstilzchen"?
Rumpelstilzchen, weil es einfach eine unglaublich spannende und vielschichtige Figur ist. Gleichzeitig Helfer und Bedrohung, Clown und Aggressor, Gut und Böse. Spannend.

3. Was ist die Moral von der Geschicht?
Eine von vielen: Wenn dir ein Helfer in der Not für seine Hilfe zu viel abverlangt, dann darfst du auch dein Versprechen brechen.

4. Gibt es eine eigene Interpretation?
Dieses Märchen ist so vieldeutig, dass ich bei jedem Lesen eine neue Interpretation habe. Besonders spannend sind dabei die unterschiedlichen Gefühle, die man Rumpelstilzchen entgegenbringt. Findet man es gerecht, wie mit ihm umgegangen wird? Er hat doch zunächst geholfen. Doch dann will er das Baby! Ist das fair? Oder ist der Preis nicht eindeutig viel zu hoch?

5. Welche Unterschiede gibt es zwischen der Vorlage und dem Film?
Etliche. Am wichtigsten war aber, dass die Müllerstochter, entgegen dem Märchentext, nicht auch noch vom König geheiratet wird und ein Kind von ihm bekommt. Und Rumpelstilzchen hat durchaus auch Humor, was ihn jedoch nicht weniger furchterregend macht, eher im Gegenteil.

Filmrollen und Zelluloid (Quelle: dpa)

Weitere Fragen an Produzent Martin Hofmann, Redakteur Wolfgang Wegmann und Regisseur Ulli König

1. Von welchem Märchen konnten Sie als Kind nie genug vorgelesen bekommen?
U. König:
Geschichten, die mein Vater (Schriftsteller und Regisseur Hans H. König) für meinen Bruder und mich jeden Sonntag neu erfunden hat. Wir durften zu ihm ins Bett, jeder in einen Arm, und dann hat er aus dem Stehgreif eine neue Geschichte erzählt.

2. Welche Figur wären Sie gerne im Märchen "Rumpelstilzchen"?
U. König: Der Barbier/Arzt, weil er als nicht wirklich Beteiligter, trotzdem mitten im Geschehen ist.
Gibt es eine eigene Interpretation?
W. Wegmann:
Rumpelstilzchen ist hier nicht der hässliche, kleinwüchsige Waldschrat, nicht nur der böse Mann, sondern eher der "Prinz des Waldes", durchaus mit menschlichen Sehnsüchten, aber auch mit übermenschlichen Kräften und Fähigkeiten.

3. Was hat Sie beim Drehen besonders geschockt?
M Hofmann:
Sintflutartige Regenfälle, die die Höhle des Rumpelstilzchens komplett unter Wasser setzten und dadurch der gesamte Drehtag buchstäblich ins Wasser fiel.

4. Für welches Märchen würden Sie gerne mal die Redaktion/Regie übernehmen?
M Hofmann:
"Des Kaisers neue Kleider", in dem so wunderbar mit der Blendung, der Unterwürfigkeit und der fehlenden Selbsteinschätzung gespielt wird.
U. König: Für "Rumpelstilzchen". Da hab ich den Drehstress schon hinter mir.

Weitere Beiträge zum Märchen

RSS-Feed