Filmrollen und Zelluloid; Quelle: dpa

Produzentin Elke Ried, Producer Thorsten Flassnöcker, Redakteur Ole Kampovski - Sechs Fragen, sechs Antworten

"Das tapfere Schneiderlein" - Gefährliche Situationen gibt es für das Schneiderlein im Film ja reichlich, während der Produktion blieben sie uns zum Glück erspart.

Warum widmet man sich als erwachsener Mensch dem Thema Märchen?
Märchen sind ein wesentlicher Teil unserer Kultur, in ihnen stecken viele Botschaften und Lebensweisheiten. Wir denken, dass jeder Mensch, egal wie alt, durch Märchen etwas über das Leben erfahren kann und wir fanden es sehr reizvoll, ein Märchen aus heutiger Sicht neu und doch werkgetreu zu erzählen. Es handelt sich ja um klassische Texte, die wie "Faust" oder "Hamlet" immer wieder neu inszeniert und zeitgemäß interpretiert werden können.

Warum gerade "Das tapfere Schneiderlein"?
Nicht alle Märchen eignen sich gleichermaßen für eine Verfilmung. "Das tapfere Schneiderlein" hat eine Struktur, die dramaturgisch gut in einen Film umgesetzt werden kann, es hat ja was von einem Road-Movie. Besonders wichtig war uns aber auch, dass die Botschaft des Märchens für Kinder heute relevant ist. "Das tapfere Schneiderlein" ist im Grunde ein Loblied auf die Zuversicht, das Selbstvertrauen, die Klugheit und Aktivität und es bietet Raum für Humor und Situationskomik.

Welches ist Ihr Lieblingsmärchen?
Im Moment ist es natürlich "Das tapfere Schneiderlein". Aber eigentlich ist es schwer sich da festzulegen, denn die Märchen bieten einen unendlich großen Schatz an wunderbaren Geschichten und wir wissen schon, welches Märchen wir gerne als nächstes verfilmen wollen.

Was ist die Moral von der Geschicht'?
Natürlich haben wir jeden moralisierenden Ton vermieden, der den alten Märchenverfilmungen leider meistens anhaftet. Wenn wir unter Moral die Botschaft verstehen, so lagen uns eigentlich zwei Aspekte besonders am Herzen: Unser Schneiderlein lässt sich nicht einschränken, er zieht aus seiner engen Werkstatt in die weite Welt, überwindet mit seinem Selbstvertrauen Klassen-, Standes- und andere Grenzen und wird am Ende König.

Außerdem bewältigt er ohne Furcht und voller Zuversicht große Aufgaben, er siegt im Kampf gegen Riesen, ein Einhorn und ein Wildschwein, aber nicht mit Gewalt, sondern mit geistreicher Leichtigkeit und klugem Handeln. Wir finden diese Botschaften sind auch heute aktuell.

Was war die lustigste Story während der Produktion?
Die Dreharbeiten waren insgesamt wunderbar. Das komplette Team und alle Schauspieler waren mit großer Freude dabei und hatten viel Spaß, auch wenn es an manchen Tagen sehr anstrengend war. Lustig war, dass wirklich jedes Schwein in die Maske musste, um die Ohrmarken mit Haarbüscheln zu verdecken oder dass unsere wilden Tiere, das Einhorn und das Wildschwein so freundlich und friedlich waren, dass sie nur mit allen erdenklichen Tricks in Bewegung versetzt werden konnten.

Gab es spannende oder gefährliche Situationen während der Produktion?
Spannend war während der Vorbereitung vor allem die Frage, wo wir in Hamburg das Schloss oder z.B. die Riesenhöhle finden würden. Gefährliche Situationen gibt es für das Schneiderlein im Film ja reichlich, während der Produktion blieben sie uns zum Glück erspart.

Stand: 22.11.2011

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