Drei Fragen an... - Heiner Lauterbach

In "Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen" spielen Sie einen König, der aus seinem Schloss vertrieben wurde. Welche Eigenschaften machen einen König aus?

Es gibt im Theater eine alte Regel die lautet: "Dass du der König bist, können nur die anderen spielen." Soll heißen, wenn du einen König spielst, kannst du dich aufführen wie du willst. Wenn die anderen nicht mitmachen und die Untergebenen spielen, ist alle Mühe zwecklos. Wenn die anderen sich aber tief verbeugen, oder gar auf den Boden vor dir werfen, kannst du machen was du willst, sogar in der Nase bohren und man wird dir trotzdem den König abnehmen. Das heißt, es gibt für mich eigentlich keine spezifisch königlichen Eigenschaften. Also ein König kann einfach machen was er will. Er sollte es nur mit einer großen Souveränität und Selbstverständlichkeit tun.

 

Was ist für Sie die Moral von der Geschichte, die die Gebrüder Grimm mit dem Märchen "Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen" vermitteln wollten? Gilt das heute auch noch?

Das müsste man die Gebrüder Grimm fragen. Ansonsten glaube ich nicht, dass Moral verjährt.

 

Welches Märchen hat Sie als Kind oder als Erwachsener am meisten verzaubert?

Ich schätze es war Aladin und die Wunderlampe. Ich habe dann mit zunehmendem Alter an so vielen Flaschen gerieben, aber leider ist mir nie ein Geist erschienen. Zumindest keiner, der bereit gewesen wäre, meine Wünsche zu erfüllen.