v.l.: Jo Molitoris (DoP), Tobias Wiemann (Regie) Foto: © Lür Wangenheim

5 Fragen an... - Regisseur: Tobias Wiemann

Grundsätzlich ist ein Märchen zu verfilmen ein Geschenk, da man sich kreativ total ausleben kann.

1. Lieblingsmärchen als Kind? Warum?
Ich glaub ich mochte das „Tischlein deck dich“. Das war richtig cool. Essen ohne einen Finger krumm zu machen. Kein Tischdecken, kein Abwaschen. Super! Ein Traum für jedes Kind. Für mich noch heute.

2. Unterschiede "Von einem der auzog, das Fürchten zu lernen" Vorlage und Film?

Wir mussten das Original etwas bearbeiten. Aus dramaturgischen, aber auch aus moralischen Gründen tat eine Auffrischung gut. In der Grimm Fassung haben wir es mit einer sehr naiven, fast autistischen gewaltbereiten Hauptfigur zu tun, die vom Vater weggeschickt wird, alles totschlägt und später dafür noch die Prinzessin bekommt. Das wäre ein interessantes Weihnachten 2014 geworden, wenn die Kleinen dies so nachmittags mit den Eltern unter’m Weihnachtsbaum gesehen hätten. Wir haben uns für eine Variante entschieden, bei der die Figuren moderner und sympathischer sind. Ich finde es wichtig auch bei einem Märchen einen Wiedererkennungswert in Sachen Familienpolitik zu haben.


3. Besonderer Spaß beim Dreh? Brenzliche Momente?
Besonderer Spaß war einfach die Zusammenarbeit mit der Vielzahl von hochkarätigen Schauspielern. Grundsätzlich ist ein Märchen ein Geschenk, da man sich kreativ total ausleben kann. Im Tatort wäre das sicher schwieriger gewesen ein halbes Dutzend verrückter Prinzen gemeinsam in ein Zelt stecken zu dürfen. Brenzlich waren die vielen Nachtdrehs im Sommer. Die Drehzeit für die Außenaufnahmen war wirklich sehr begrenzt. Richtig spaßig wurde es, wenn dann auch noch das Wetter schlapp gemacht hat.


4. Ein rührender Moment beim Dreh?
Es ist sehr schön, wenn man nach einem langen Drehtag noch eine SMS mit einem herzlichen Danke für die schöne Zusammenarbeit von Schauspielern bekommt.


5. Was ist die Moral von der Geschichte?

Fürchten und Gruseln ist was total Gutes! Eigentlich ist sich NICHT zu fürchten uncool. Denn "Furcht" lässt uns Gefahren überhaupt erst einschätzen. Also gar nichts Schlechtes. Außerdem ist vieles was im ersten Moment gruselig erscheint, bei genauer Betrachtung gar nicht so wild.