Reviertierpflegerin Claudia Walther, Foto: Niels Leiser
Bild: Niels Leiser

Tierpark Berlin - Interview mit Reviertierpflegerin Claudia Walther

Claudia Walther liebt die frische Luft, die Abwechslung und den Umgang mit ihren vielen, verschiedenen Tieren.

Für welche Tiere sind sie hier im Tierpark zuständig?
Ich bin für die afrikanischen Großtiere verantwortlich. Das sind drei Zebra-Arten, die Strauße, die Somali-Wildesel, Wasserböcke, zwei Arten Stachelmäuse, Kaffern- und Rotbüffel, Antilopen, Gazellen und die Bergriedböcke und natürlich die Giraffen. Ach ja, und ca. 20 Mäuse (lacht)…


War der Beruf des Tierpflegers eigentlich schon immer ihr Berufswunsch Nummer 1?
Ja, ich wollte eigentlich schon immer Tierpfleger werden. Ich bin im Staatszirkus der DDR aufgewachsen und da war es für mich naheliegend, weil ich dort auch schon immer im Stall gewesen bin. So, und dann habe ich mich nach der 10. Klasse hier beworben und habe auch eine Lehrstelle bekommen.


Haben sie unter den von ihnen betreuten Tieren auch einen ganz besonderen Liebling? Wenn ja, was ist an ihm/ihr so besonders?
Ich habe erst seit Anfang des Jahres das Afrikanum als Reviertierpflegerin übernommen und deshalb habe ich auch noch kein Lieblingstier, so etwas entwickelt sich ja erst mit der Zeit. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der kleine Eric, die Rotschildgiraffe, die am 21.03.2013 hier geboren ist, mein kleiner Liebling werden könnte. Sie ist so zutraulich und kommt immer so lieb an und guckt ganz süß.


Was gefällt ihnen an ihrem Beruf besonders?
Das ist der Umgang mit den Tieren, das man so viel an der frischen Luft ist und das an jedem Tag etwas anderes ist. Wir bekommen häufig Jungtiere und die Geburt und Aufzucht ist schon toll. Manchmal ärgern die Tiere einen auch und machen nicht so mit, wie man selber gerne möchte und dann sind sie wieder ganz lieb. Also, neben unseren täglich wiederkehrenden Arbeitsabläufen ist hier schon immer was los.


Können Sie sich an eine lustige oder dramatische Begebenheit erinnern?
Also richtig dramatisch jetzt nicht, aber einmal hat mich Lotti (Giraffe), die Mutter von dem kleinen Eric, mal so richtig über die Anlage gescheucht und da habe ich mich ganz schön erschrocken. Im Winter haben mir die Giraffen wahlweise das Haargummi geklaut oder immer die Haare abgeleckt und wenn eine Giraffe mal los legt, dann sind die Haare echt nass! Ich habe jetzt mein Haarshampoo gewechselt und nun geht es (lacht).


Haben Sie selber ein Haustier?
Nein, kein Haustier. Unsere Kinder hatten früher ein Zwergkaninchen, aber die sind jetzt raus und das Kaninchen gibt es auch nicht mehr und damit war dann auch Schluss. Mein Mann ist auch Tierpfleger und wir sagen immer: "Ein Lehrer nimmt seine Schüler ja auch nicht mit nach Hause."


Wenn ich nicht Tierpfleger geworden wäre, dann wäre ich….
Schwierig zu sagen, wahrscheinlich wäre ich dem Wunsch meiner Mutter nachgekommen und wäre bei der Sparkasse gelandet.

Wie sieht die Ausbildung zum Tierpfleger aus und welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?
Man sollte einen engen Bezug zu Tieren haben, z.B. sich schon einmal um Tiere gekümmert haben (Haustiere) oder ein Berufspraktikum mit Tieren gemacht haben. Ein Realschulabschluss und eine gute Note in Biologie ist noch wichtig. Die Ausbildung dauert drei Jahre und die Lehrlinge durchlaufen in den ersten zwei Jahren sämtliche Reviere und im dritten Lehrjahr bleibt man bei uns dann in einem festen Revier. Da können sich die Lehrlinge schon richtig beweisen.

(Dieses Interview führte Silke Weiß, Redaktion: Programmbegleitende Dienste, rbb Fernsehen)