Reviertierpfleger Thomas Messinger, Foto: Silke Weiß

Zoo Berlin - Interview mit Reviertierpfleger Thomas Messinger

"...ich mag mein Revier und am allerliebsten hab ich unsere Okapis."

Für welche Tiere sind sie hier im Zoo zuständig?
In meinem Revier kümmere ich mich um Rappenantilopen und Bongos, Rotducker, Kirkdikdiks, Okapis und um die Ameisenbären.

War der Beruf des Tierpflegers schon immer ihr Berufswunsch Nummer 1?
Ja, ich bin schon von Kindesbeinen mit Tieren in Kontakt gewesen und hatte auch selber schon immer Haustiere. Bevor ich hier ins Erdhaus gekommen bin, war ich im Vogelhaus. Ich musste das Revier aufgrund einer Federstauballergie aber verlassen. Die Arbeit mit den Vögeln hat mir auch immer sehr viel Spaß gemacht.

Haben sie Lieblinge in ihrem Revier?
Natürlich finde ich alle Tiere hier toll, aber eigentlich sind meine Nummer eins die Okapis, weil ich anfangs nur mit Antilopen zu tun hatte, die äußerst schreckhaft sind und die Okapis ganz anders waren. Sie sind liebenswürdige Tiere mit einem angenehmen Charakter und man kann zu ihnen eine Beziehung aufbauen. Außerdem sind Okapis sehr selten.

Wie lange schläft ein Okapi?
Das Okapi ist eine Kurzhalsgiraffe und Giraffen sind Kurzschläfer, aber die Okapis dösen auch mal gerne vor sich hin, haben aber die giraffentypischen Tiefschlafphasen von 30 Sekunden. Das ist so kurz, weil sie Fluchttiere sind.

Können sie sich an eine lustige oder dramatische Begebenheit erinnern, die sich besonders in ihrem Kopf festgesetzt hat?
Naja, lustige Geschichten gibt es jeden Tag, doch die bleiben nicht so im Kopf wie die dramatischen. Das für mich traurigste war, als wir eine Okapimutter mit ihrem Jungen verloren hatten. Das ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Das war für mich das schlimmste Ereignis hier im Zoo.

Was gefällt ihnen an ihrem Beruf besonders?
Ich liebe den Kontakt mit den Tieren und das Arbeiten im Freien. Ich habe das Glück, dass ich in meinem Revier viele Tiere habe, mit denen man auch richtig in Kontakt kommen kann.

Haben sie selbst Haustiere?
Ja, ich habe zuhause noch ein paar Tauben, so ganz kann ich nämlich doch nicht von Vögeln lassen.

Wenn ich nicht Tierpfleger geworden wäre, dann wäre ich …
Gärtner, weil ich mich sehr für Pflanzen interessiere und ganz besonders für Fuchsien. Das ist auch noch ein leidenschaftliches Hobby von mir.

(Dieses Interview führte Silke Weiß, Redaktion: Programmbegleitende Dienste, rbb Fernsehen)