Bernd Herrmann, Foto: Gabriele Herrmann

- Der Autor Bernd Herrmann

Wir zeigen Tiere oft in Situationen, die man bei einem normalen Zoo-Besuch so nie zu sehen bekommen würde.

Die Tier-Dokus laufen schon seit Jahren sehr erfolgreich im deutschen Fernsehen. Warum können Ihrer Meinung nach die Zuschauer nicht genug bekommen von den Tieren im Berliner Tierpark und Zoo?
Das ist das Zusammenspiel von Tieren und Pfleger. Die meisten Tiere haben von vorneherein einen hohen Sympathiefaktor beim Zuschauer. Dazu kommen bei uns kluge, selbstbewusste und liebevolle Pfleger. Wir zeigen Tiere oft in Situationen, die sonst außer den Pflegern nie ein Mensch zu sehen bekommt. Das erzeugt Spannung, Neugier. Und der Zuschauer lernt auch immer was über die Tiere dazu. Zusammen mit dem hohen Kuschelfaktor ist das eine unschlagbare Mischung.


Welches ist Ihr Lieblingstier im Zoo oder Tierpark und warum?
Da gibt es mehrere. Im Tierpark sind es vor allem die Bären. Noch mehr aber die Tüpfelhyänen. Die gelten zwar als aggressiv, gefährlich und hässlich. Ein Vorurteil, dass nur in Teilen stimmt – sie sind gefährlich. Aber sie haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten in der Gruppe und - aus der Nähe betrachtet - wunderbar sanfte Augen. Im Zoo gehe ich immer gern zu den Polarwölfen. Eine tolle Gruppe mit meist klarer Rangordnung – einfach schön anzusehen.


Die Haupthelden bei "Panda, Gorilla & Co.“ sind die Tiere, Wesen also, die sich an kein Drehbuch der Welt halten. Was kann man sich da überhaupt vorher ausdenken, also planen?
Ich denke, Haupthelden sind neben den Tieren gleichberechtigt die Tierpfleger. Die kennen ihre Tiere sehr gut und können – bis zu einem gewissen Grad - voraussagen, was in bestimmten Situationen passiert. Deshalb kann man planen, allerdings nie bis ins letzte Detail. Unsere Pläne sind auch nie ein Dogma. Wir können letztlich nur abbilden, was Tiere und Tierpfleger tatsächlich tun – und das ist oft noch spannender als das, was wir uns vorher ausgedacht haben.

Wonach richtet sich, welche Tiere in den Sendungen beobachtet werden? Sind das alles die Lieblingstiere der Autoren?
Das richtet sich danach, wie Regisseurin Jana von Rautenberg die Sendung komponiert. Dabei greift sie auf unsere Vorschläge zurück. Sie muss für Abwechslung in jeder Folge sorgen: große und kleine Tiere, Tiere mit Fell oder Federn, Fische und Elefanten … Lieblingstiere? Davon habe ich einige. Das heißt aber nicht, dass ich sie öfter in die Sendung "schleuse“ als andere.

Was passiert, wenn sich im Verlauf der Dreharbeiten herausstellt, dass eins der ausgesuchten Tiere total langweilig ist? Gibt’s dann Umbesetzungen?
Tiere sind eigentlich nie langweilig. Manche Tiere liegen oder hängen den ganzen Tag nur herum. Dann ist es die Kunst von Pfleger und Autor trotzdem eine Geschichte zu finden, die spannend ist. Wenn nichts geht, versucht man es ein andermal. "Umbesetzungen“ gibt es nicht – die Tiere bleiben natürlich in Zoo oder Tierpark an ihren Plätzen, auch wenn sie sich nicht in unserem Sinne "fernsehtauglich“ sind.

(Ein paar tierisch ernste Fragen stellte Tina Henneberg vom rbb Familienprogramm)