Autorin Roswitha Puls, Foto: privat

- Die Autorin Roswitha Puls

Unsere Episoden haben wenig mit unseren Lieblingstieren zu tun. Es wird dort gedreht, wo es was zu erzählen gibt.

Die Tier-Dokus laufen schon seit Jahren sehr erfolgreich im deutschen Fernsehen. Warum können Ihrer Meinung nach die Zuschauer nicht genug bekommen von den Tieren im Berliner Tierpark und Zoo?
Es ist meiner Meinung nach die Mischung aus Mensch und Tier. Darin unterscheidet Panda sich vom "normalen" Tierfilm. Der liebevolle Umgang der Pfleger mit ihren Schützlingen macht es aus.
Dazu kommt die Vielfalt an Mensch und Tier – wir haben eine große Auswahl in Zoo und Tierpark.

Welches ist Ihr Lieblingstier im Zoo oder Tierpark und warum?
Fatou ist mein Lieblingstier. Die Gorilladame ist jetzt 56 geworden. Sie hat 53 Jahre im Zoo verbracht. Ich konnte so viele schöne Geschichten über sie erzählen. Wenn Reimon Opitz bei ihr im Gehege war, hat sich ein Kammerspiel entwickelt. Sie ist souverän, war die Chefin in der Gruppe und genießt nun völlig entspannt ihren Lebensabend.

Die Haupthelden bei "Panda, Gorilla & Co."  sind die Tiere, Wesen also, die sich an kein Drehbuch der Welt halten. Was kann man sich da überhaupt vorher ausdenken, also planen?
Ohne Plan geht auch bei Tierdrehs nichts, zumindest, was das Thema angeht. Die Themen ergeben sich meist aus dem Alltag der Tierpfleger. Sie machen Vorschläge und wir begleiten sie. Da wir alle schon länger für Panda arbeiten, sehen wir Autoren manchmal auch Themen, die den Tierpflegern gar nicht einfallen, weil sie für sie oft zu alltäglich sind. Das heißt, ein Thema ist festgelegt und wird an einem vorher besprochenen Termin gedreht. Wie die Tiere sich dabei verhalten, wissen wir natürlich nicht. Hier muss der Kameramann die Situation entsprechen umsetzen. Er hört, wie der Pfleger das Geschehen interpretiert und reagiert entsprechend. Wir Autoren reagieren auf die Situation mit unseren Fragen und so entsteht die entsprechende Episode. Situatives Arbeiten ist bei Panda das A und O.


Wonach richtet sich, welche Tiere in den Sendungen beobachtet werden? Sind das alles die Lieblingstiere der Autoren?
Unsere Episoden haben wenig mit unseren Lieblingstieren zu tun. Es wird dort gedreht, wo es was zu erzählen gibt. Die Geschichte ist der Dreh- und Angelpunkt. Wenn wir dann mal zufällig bei unserem Lieblingstier drehen, dann wird es sowieso nicht langweilig....


Was passiert, wenn sich im Verlauf der Dreharbeiten herausstellt, dass eins der ausgesuchten Tiere total langweilig ist? Gibt’s dann Umbesetzungen?
Dann kann man auch erzählen, dass es gerade total langweilig ist… Die Pfleger stehen uns immer nur begrenzt zur Verfügung. Sie drehen mit uns während ihrer Arbeitszeit. Da bekommt keiner extra frei. Deshalb stehen wir immer unter enormem Zeitdruck. Wenn sich die geplante Episode als Flop erweist, dann müssen wir gemeinsam überlegen, welche Geschichte wir stattdessen erzählen können. Selten kann das am gleichen Tag gedreht werden. Da müssen wir uns dann wieder neu verabreden.


(Ein paar tierisch ernste Fragen stellte Tina Henneberg vom rbb Familienprogramm)