Autorin Ulrike Licht, Foto: Beate Wätzel

- Die Autorin Ulrike Licht

Bevor man zum Dreh geht hat man eine Geschichte im Kopf, die man erzählen möchte und dann kommt es manchmal doch ganz anders...

Die Tier-Dokus laufen schon seit Jahren sehr erfolgreich im deutschen Fernsehen. Warum können Ihrer Meinung nach die Zuschauer nicht genug bekommen von den Tieren im Berliner Tierpark und Zoo?
Die besonderen Beziehungen zwischen den Tierpflegern und ihren Tieren sind meiner Meinung nach das Geheimnis des Erfolges. Es ist einfach anrührend mitzuerleben, wie sich die Tierpfleger um ihre Schützlinge kümmern. Das geht weit über jedes Jobprofil und jeden Feierabend hinaus. Und die Tiere scheinen das zu spüren.

Welches ist Ihr Lieblingstier im Zoo oder Tierpark und warum?
Ich mag alle Tiere, ob Nashörner, Flusspferde oder Giraffen, selbst die Insekten oder Quallen sind spannend, da man bei jedem Dreh und jeder Sendung etwas dazu lernt. Besonders mag ich aber die Erdferkel! Das Erdferkel sieht nicht nur lustig aus - es hat einen Rüssel wie ein Ferkel, einen Schwanz wie ein Känguru und Ohren wie ein Hase – es ist auch witzig und vor allem frech. Bei den Dreharbeiten muss das Team Kamera und Stativ meist vehement verteidigen, weil die Erdferkel gnadenlos neugierig und aufdringlich sind.

Die Haupthelden bei "Panda, Gorilla & Co.“ sind die Tiere, Wesen also, die sich an kein Drehbuch der Welt halten. Was kann man sich da überhaupt vorher ausdenken, also planen?
Aus den Gesprächen mit den Tierpflegern im Vorfeld ergibt sich der Plan für den Dreh. Es ist wichtig, die Geschichte, die man erzählen möchte, im Kopf zu haben. Doch genauso wichtig ist es, auf unvorhergesehene Ereignisse schnell zu reagieren. Denn die gibt es immer und das ist ja das Schöne! 


Wer bestimmt welche Tiere in den Sendungen beobachtet werden? Sind das alles die Lieblingstiere der Autoren?
Die Reviere werden den Autoren von der Regie zugeteilt. Jeder Autor wechselt von Staffel zu Staffel immer mal die Reviere, damit sich beim Drehen nicht zu viel Routine entwickelt. Der Blick für die Tiere und Geschichten soll offen und neugierig bleiben.


Was passiert, wenn sich im Verlauf der Dreharbeiten herausstellt, dass eins der ausgesuchten Tiere total langweilig ist? Gibt es dann Umbesetzungen?
Kein Tier ist total langweilig! Die Herausforderung für die Autoren ist, über jedes Tier interessante Geschichten zu finden und zu erzählen. Man könnte z.B. meinen, Quallen seien langweilig, doch bei den Recherchen stellten sie sich als sehr faszinierende und komplexe Geschöpfe heraus.

(Ein paar tierisch ernste Fragen stellte Tina Henneberg vom rbb Familienprogramm)