Anke Sperl am Schreibtisch, Quelle: rbb
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rbb - Die Redakteurin Anke Sperl

Es ist immer eine spannende Herausforderung eine ganze Staffel mit 55 Folgen von der Idee bis zur Fertigstellung zu begleiten.

Die Tier-Dokus laufen schon seit Jahren sehr erfolgreich im deutschen Fernsehen. Warum können Ihrer Meinung nach die Zuschauer nicht genug bekommen von den Tieren im Berliner Tierpark und Zoo?
Weil die Deutschen Tiere über alles lieben und weil Zoos und Tierparks wunderschöne Orte sind. Hier können sich die Menschen erholen und hautnah Tiere sehen und erleben. Außerdem erlauben die Zoo-Dokus einen Blick hinter die Kulissen und inzwischen sind auch die Pfleger den Menschen sehr vertraut.


Welches ist Ihr Lieblingstier im Zoo oder Tierpark und warum?
Das Faultier – es hat die Ruhe weg und beruhigt ganz wunderbar.


"Panda, Gorilla & Co." geht in die 9. Staffel - bei den Menschen scheitern viele Ehen nach sechs Jahren. Wie steht es um die "Ehe" zwischen dem rbb und dem Berliner Tierpark und Zoo?
Als wir uns 2006 das "Ja-Wort" gaben, konnte sich niemand vorstellen, dass wir 2013 immer noch zusammen sind. Wie überall besteht die Kunst des Zusammenlebens aus Kompromissen und dem Begegnen auf Augenhöhe. Unsere Aufgabe ist es, den Zuschauern Geschichten zu erzählen. Hierfür brauchen wir die Pfleger und diese sind uns über die Jahre wirklich sehr ans Herz gewachsen. Sie geben uns das Gefühl, dass wir willkommen sind, machen vieles möglich und präsentieren den Beruf "Tierpfleger" als einen der schönsten Berufe.

Apropos Ehe: Viele Pfleger begrüßen ihre Tiere mit "Hallo, meine Süße!" oder "Na, mein Mäuschen!" – fast hat man den Eindruck, dass die Tiere zur Familie gehören. Täuscht der Eindruck?
Bei der "Tier-Familie" sicher nicht. Tierpfleger ist ein Beruf mit Herz und jeder Tierpfleger steht seinen Tieren nahe – egal ob Affe, Elefant oder Qualle. Wenn man sieht, mit wie viel Liebe sich die Tierpfleger im Aquarium den Spinnen oder Käfern widmen – das ist bewundernswert. Ich bekomme da immer nur eine Gänsehaut.
Ob die Tierpfleger allerdings auch privat ihre Partner so begrüßen, kann ich nicht beantworten. Das ist eine andere Sendung.


Sie haben in den vergangenen acht Staffeln Glück und Leid bei Mensch und Tier hautnah miterlebt.
Was waren für Sie persönlich die schönsten Momente, aber auch die größten Dramen bei "Panda, Gorilla & Co."?
Ich betreue "Panda, Gorilla & Co." redaktionell erst seit der 7. Staffel. Aber natürlich sind mir die emotionalsten Momente der vergangenen Jahre bekannt, denn oft haben die Kollegen davon erzählt. Mein Einstieg in das redaktionelle Tierleben war der Nachruf auf Knut und Thomas Dörflein, als nächstes der Nachruf auf den wunderbaren Reimon Opitz und dann hatte ich erst einmal genug. Da ich nicht als die "Nachruf-Redakteurin" in die Tiergeschichten eingehen wollte, habe ich mich dann sehr gefreut, als mir die Redaktion für die neuen Folgen übertragen wurde. Allerdings begann auch diese mit einem Todesfall – Bao Bao. Wie schön, dass ich während der Produktion der neuen Folgen so viele Tierbabys und tolle Pfleger erleben durfte!

(Ein paar tierisch ernste Fragen stellte Tina Henneberg vom rbb Familienprogramm)