Intendant Manuel Soubeyrand im Theater "Neue Bühne Senftenberg" (Bild: rbb)
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- Intendant Manuel Soubeyrand

Als Ziehsohn von Wolf Biermann kam Manuel Soubeyrand schon mit drei Monaten an das Brecht-Theater in Ost-Berlin. Heute ist er Intendant der Neuen Bühne Senftenberg.

Manuel Soubeyrand radelt zehn Minuten dann ist er da: an seinem Theater. Vor sechs Jahren wurde er Intendant von der neuen Bühne Senftenberg.

Manuel Soubeyrand, Intendant
"Gott, wat will man sagen. Als ich 25 war, dachte ich, ich werde Intendant am Berliner Ensemble. Also wenn etwas klar war dann das. Und natürlich denkst du, jetzt hast du erstmal so einen kleinen Ort, aber das ist schon nicht unspannend. Ich sage mal so, in so einer eventschlanken Stadt ist Event und überraschende Dinge ein ganz wichtiger Punkt, den eigentlich nur das Theater organisieren und anbieten kann."

Es ist seine dritte Station als Intendant nach Esslingen und Chemnitz. Lebenszufall sagt er: zunächst lernte er Melker, absolvierte danach die Berliner Buschschule jetzt ist er Intendant. Für den Job bekam er einen Ratschlag von einem Kollegen aus Sachsen.

Manuel Soubeyrand, Intendant
"- Soubeyrand, soll ich Ihnen mal sagen, was der Intendantenberuf ist.
- Ja, sage ich, Herr Stützker, gern.
- Sehen sie da die Tür? (Er zeigt auf seine Bürotür.) Immer wenn die aufgeht, kommt ein Problem rein.
- Das hab ich erst nicht verstanden, aber nach der ersten Woche Intendantenberuf habe ich es kapiert. Es ist wirklich so. Wenn sie zu bleibt, ist es wunderbar. Alles läuft. Alles ist in Ordnung. Immer wenn sie aufgeht, kommt ein Problem rein. Das muss man mögen, dann kommt man mit dem Job gut hin."

Er ist in Köln geboren, aber im Osten aufgewachsen weil seine Mutter ans weltberühmte Berliner Ensemble wollte. Dort traf sie Wolf Biermann. Der Liedermacher wurde Soubeyrands Ziehvater - eine wichtige Person in seinem Leben.

Manuel Soubeyrand, Intendant
"Er war mein Vater, nicht biologisch oder wie er sagt. Ich wurde ihm im Alter von drei Monaten geboren. So in etwa stimmt das auch. Wir sind relativ eng zusammen."

Bis heute. Da versteht es sich fast von selbst, dass Biermann auch zu seiner ersten Inszenierung nach Senftenberg kommt: "Germania". Bei Lesungen treten sie außerdem auch zusammen auf. Seinen leiblichen Vater traf er mit 23 zum ersten mal.

Manuel Soubeyrand, Intendant
"Und dann kommt mein biologischer Vater, den ich wo ich dann endlich mal ne Spur von ihm gefunden habe und das witzige war. Er sitzt mir gegenüber und ich sah, dass das mit den Genen auch wirklich stimmt. Wir hatten die ähnlichen Bewegungen, wir hatten auch auf die selbe Art die Beine übereinander."

So hat sein leiblicher Vater nie mitbekommen wie sein Sohn  Karriere machte: auf der Bühne und im Film.

Über zehn Jahre lang war er Schauspieler bis er die Seiten wechselte und Regisseur und Intendant wurde.

Manuel Soubeyrand, Intendant
"Ja, ich sehe nicht schlecht aus, oder? Aber als Schauspieler habe ich nie die Erfüllung gefunden und wenn ich jetzt so zurückdenke, war der Regisseur schon immer ein bischen drin in mir. Ich war immer bereit im Sinne der Gesamtinszenierung z Bsp Texte von mir zu streichen oder so. Dit macht n vernünftiger Schauspieler nicht."

Heute hält er als Intendant das Theater zusammen und versucht nicht nur organisatorisch sondern auch menschlich gute Stimmung zu erzeugen. Nur auf der Bühne darf es Konflikte werden, wie mit dem Stück SOHN von Oliver Bukowski das er gerade vorbereitet über Rechte, Linke und Klima- und Strukturwandel in der Lausitz.

Manuel Soubeyrand, Intendant
"Wir haben auch die Pflicht die unbequemen Dinge darzustellen, die unbequemen Themen zu thematisieren allerdings müssen wir das so machen, dass wir s nicht vorm leeren Saal machen."

Theater ist sein Leben nun schon seit über 40 Jahren. wie übrigens auch das von Heinz Klevenow (seinem Vorvorgänger.)

Autorin: Theresa Majerowitsch

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