Künstlerin Xenia Hausner (Quelle: rbb)
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- Künstlerin Xenia Hausner

Xenia Hausners Bilder sind groß, farbstark und brechen Konventionen auf. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten gestaltet sie wieder ein Bühnenbild, gleich neben dem Prinzessinnenpalais in der Staatsoper. 

Xenia Hausner auf dem Weg zum Aufbau ihrer großen Ausstellung im Palais Populaire. Die Wienerin hatte in Berlin seit zehn Jahre keine Einzelschau mehr. Dabei lebt und arbeitet sie in beiden Städten. Auch ihre Bilder zeigen diese Rastlosigkeit.

Xenia Hausner, Künstlerin
"Es gibt manchmal auch Männer in meinen Bildern. Sie sind in der Minderzahl. Fragen Sie mich nicht, wieso. Es ist in der Grauzone meines eigenen Gemüts, warum das so ist. Ich kann es Ihnen nicht besser beantworten. Bei mir sind die Frauen ganz vorne. An ihnen arbeite ich die Menschheitsprobleme durch."

Xenia Hausners Bilder spiegeln die Veränderungen der Welt in den Gesichtern. Ihre Themen: Globalisierung und Verteilungskampf. Und Xenia Hausner spürt diese Umbrüche auch in Berlin.

Xenia Hausner, Künstlerin
"Berlin ist vom globalen Kapitalismus erwischt worden. Diese wunderbare Welt, die es vor zehn Jahren noch war, die 
für Künstler so gut war, weil sie günstig zum Leben war, hört sich alles auf im Neoliberalismus und in der Globalisierung. Da wird Berlin voll mit erwischt. Das heißt, ein Teil von diesem Mythos wird zerbröseln."

Da könnte man fast annehmen, dass sich nun die Österreicherin endlich für das beschauliche Wien entscheidet. Aber so einfach ist die Sache nicht.

Xenia Hausner, Künstlerin
"Ich kann mir dieses Österreich ohne Berlin nicht ganz denken. Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Weil ich es so gewöhnt bin und weil dieser aufmüpfige Bazillus dieser Stadt, einfach gut tut. Den will man haben. Den will ich, den brauche ich zum Leben."

Aufmüpfig, energetisch, all das ist auch Xenia Hausner. Aber vor allem ist sie umtriebig. Sie beschäftigt sich neben der Malerei mit Fotografie und macht Kirchenfenster. Gleichzeitig zur Ausstellung bereitet sie das Bühnenbild für den Rosenkavalier an der Staatsoper vor. In der Ausstellung ist ein Modell davon zu sehen.

Xenia Hausner, Künstlerin
"Es ist eine Riesen-Oper und eine Riesenarbeit. Aber im Kern ist es ein Kammerspiel, ein Beziehungsdrama zwischen drei Personen. Da lege ich total Wert drauf, weil ich in meiner Malerei Zwischenmenschliches ergründe und Widersprüche zwischen dem, was uns bewegt, und Uneindeutigkeiten in unserem Zusammenleben. Das ist eigentlich genau das, was im Rosenkavalier passiert."

Vom Palais Populaire geht es rüber zur Generalprobe in die Staatsoper. Dort wird ausgeleuchtet. Hausner will noch die letzten Details am Bühnenbild richten und überzeugt sich vom Ergebnis. Am Ende, nach dem letzten Check, ist sie zufrieden.

Xenia Hausner, Künstlerin
"Das ist so eine Dualität von Projektionen und Malerei. Das ist in der Verwirrung ganz lustig."

Auch die Oper ist eine Art Heimkehr: Hausner hat schon seit zwanzig Jahren kein Bühnenbild mehr gemacht. Regisseur André Heller hat sie zur Mitarbeit überredet. Sie kennen sich noch aus frühen Wiener Tagen.

Xenia Hausner, Künstlerin
"Ich habe den Heller mal gemalt, mit seinem Sohn, vor tausend Jahren. Hat ihm aber nicht gefallen. Ich glaube, er ist einer der wenigen Menschen, die sich nicht richtig erkannt gefühlt haben. Ich habe ihn aber später noch einmal gemalt, das hat dann, glaube ich, einen Nerv bei ihm getroffen."

Autor: Tomasz Kurianowicz

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