Archivbild: Fans der Berlinale-Gäste müssen von der Polizei zurückgehalten werden. (Bild: rbb)
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- 70 Jahre Berlinale-Stars

Früher hießen sie Gene Kelly, Curd Jürgens oder Cary Grant. Heute George Clooney oder Catherine Deneuve. Ein Blick in die Archive zeigt, wie sich die Berlinale-Stars in 70 Jahren verändert haben.

Wer braucht schon die Croisette, wenn es den Ku'damm gibt? Wozu am Lido anlegen, wenn man doch so schön in Tempelhof landen kann - okay, konnte. Schöner als am Potsdamer Platz kann man doch ein Filmfestival eigentlich gar nicht verbringen. Oder doch?

Otto Sander
"Ich hab mal gesagt: Früher gab es Orte in Berlin, da durfte ich nicht hin, heute gibt es Orte da will ich gar nicht hin. Aber weil hier nun das Festival ist, muss ich jetzt wieder hier hin."

Naja, wie auch immer. Warum kamen und kommen die Stars so gerne nach Berlin? Gründe gibt es jede Menge.

Die Berlinale ist immerhin das größte Publikumsfestival der Welt. Hier ist den Stars die volle Aufmerksamkeit gewiss.

Hotelportier
"Und ich bitte die Autogrammjäger darum, vernünftig zu sein und nicht so stürmisch wie beim letzten Mal."

Abendschau-Bericht
"Ätsch, ick hab zwee Tony Curtis und Du nur eenen, wennde nett bist krichste eenen ab."

Jacques Tati
"Im Hotel zum Beispiel fragt mich jeden Tag ein Mann nach einem Autogramm, wenn ich das Hotel betrete oder es verlasse. Er muss schon zwölf Unterschriften von mir haben und ich frage mich, was macht er damit?"

Reporter
"Wie lange sammeln sie denn schon?"
Autogrammsammlerin

"Ick weeß gar nicht – na, angefangen habe ich 1918."

Immer üppig in Berlin ist das kulinarische Angebot.

Trevor Howard
"In England we say: Bottoms up!"

Katja Riemann
"Lass uns mal was trinken – ich will jetzt was trinken."

Lotti Huber
"Prost, mein Süßer."

Das zieht zwar nicht nur Stars an, aber gerade die haben bei sowas ihren Spaß.

Leonardo DiCaprio
"Wiener Schnitzel, Spätzle, Rotkohl."

Wim Wenders
"Empfänge sind gut, da spart man Geld"

Heute erwartet Berlin die Prominez mit erfrischend offenen Journalistenfragen.

Journalistin an George Clooney
"Sind sie sich bewusst, dass Sie die Hauptrollen in erotischen Fantasien von Frauen in der ganzen Welt spielen?"

Bill Murray

"An wen geht die Frage?"

Früher, in den Zeiten des Original-Starkults, wurde zum Beispiel Deutschlands Liebling Nummer eins noch ganz ungezwungen mit Berliner Kuscheltieren abgelichtet.

Weil man eben nur für ein paar Stunden Mama und Tochter sein will. Ach schau doch, Romy, die kleinen Enten. Ach, die sind lieb, Mutti.

Berlin hat bekanntermaßen mehr zu bieten als nur Filme. Aber die natürlich auch. Und ein wahrer Star wie Roberto Benigni geht durchs Feuer, um sich fit zu machen für den Festivaltag.

Roberto Benigni
(UT) "Fünf Uhr aufstehen, sechs Uhr Jogging, zwanzig vor sieben Krafttraining
. Ein Lob auf die fröhliche Berlinale."

Sind es mal ein paar Stars weniger, werden sie gleich schwer vermisst. Dabei ist Berlin ein Roter Teppich unter erschwerten Bedingungen.

Bruce Willis
"I'm freezing."
Reporter
"Kalt ist ihm, er würde lieber im Sommer kommen."

Aber sie kommen doch – seit 69 Jahren. Berlin und die Stars – das passt einfach.

Autor: Steffen Prell

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