Fotografin Birgit Kleber (links) und Kurator Matthias Harder betrachten ihre Werke. (Bild: rbb)
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Bild: rbb

- Birgit Kleber fotografiert die Stars

Birgit Kleber kriegt sie auf der Berlinale alle vor die Linse: Monica Bellucci, Willem Dafoe, Wim Wenders und viele mehr. „Ich will die berühmten fünf Minuten“, sagt sie.

Die Stars der Berlinale lassen sich gern von ihr porträtieren. Birgit Kleber gehört mittlerweile zu den bekannten Namen in der Fotografie.

Heute baut sie ihre neue Einzelausstellung auf. Kurator Matthias Harder hat sie zum 70. Berlinale-Jubiläum ins Museum für Fotografie eingeladen.  

Matthias Harder, Kurator
"Lustigerweise haben wir Monica Bellucci hier zweimal."
Birgit Kleber, Fotografin

"Damals war es bei den Frauen noch nicht so in Mode die künstlichen Wimpern zu tragen wie heute. Damals hatten das im Wesentlichen Hildegard Knef und Monica Bellucci. Das habe ich sofort gesehen und habe gesagt, ob sie mal die Augen zu machen kann."

Die geschlossenen Augen sind selten bei Birgit Klebers Porträts. Normalerweise schauen die Schauspieler dem Betrachter direkt in die Augen.  90 Fotos hat die Wahlberlinerin für die Schau ausgesucht. Sie möchte eine sogenannte "Petersburger Hängung": dicht an dicht, schwarzweiße neben farbigen Bildern, in unterschiedlichen Formaten.

Zur Porträtfotografie kommt Birgit Kleber Anfang der 90er Jahre. Auf den Pressekonferenzen fotografiert sie die Stars der Berlinale für Tageszeitungen - zum Beispiel Jodie Foster.

Birgit Kleber, Fotografin
"Ich habe immer beobachtet und versucht, einen Moment zu erwischen, wo jemand vielleicht eine Sekunde für sich war. Michael Douglas halb verdeckt von Danny DeVito oder seinen Vater Kirk Douglas, den habe ich auch mal fotografiert."

Ihre Schnappschüsse sehen aus wie sorgfältig vorbereitete Porträts: Lauren Bacall, Nastassja Kinski oder Jeanne Moreau.

Birgit Kleber, Fotografin
"Es gab praktisch keinen Kontakt zwischen denen und mir, aber es hat Spaß gemacht. Es hat Lust gemacht, richtige Porträts zu machen."

Auch für die "richtigen" Porträts hat Birgit Kleber nur wenige Minuten Zeit. Stars wie Udo Kier haben Termindruck.

Manchmal sorgen ihre Begegnungen mit internationalen Stars auch für große Aufregung – bei ihr selbst.

Birgit Kleber, Fotografin
"Ich bin grundsätzlich total schüchtern. Ich muss das andauernd überwinden. Bei mir kommt es sehr darauf an wie die andere Seite ist: Wenn jemand auch schüchtern ist, oh je, oh je, dann wird das eine wirklich quälende Angelegenheit. Aber wenn jemand ganz offen ist, dann kann ich das auch relativ einfach überwinden."

Birgit Kleber fotografiert nicht nur Prominente. Sie hat einen Sinn für eigenwillige, weibliche Charaktere, die sich dem gängigen Schönheitsideal entziehen. Diese Frauen nennt sie "Modern Queens".

Dass Birgit Kleber hier, unter einem Dach mit dem berühmten Fotografen Helmut Newton ausstellt, ist kein Zufall.   

Matthias Harder, Kurator
"Es gibt so viele Parallelen. Helmut Newton, Alice Springs - die haben so viel im Porträtfach gearbeitet seit 1980. Deshalb ist es so schön, dass du mit deinen Porträts hier bist."
Birgit Kleber, Fotografin

"Ich freue mich auch total darüber."

Ab der kommenden Woche ist Birgit Kleber wieder unterwegs auf der Berlinale und wird versuchen, den richtigen Moment mit den Stars zu erwischen.

Autorin: Margarete Kreuzer

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