Julia Rust, Direktorin des <<Me Collectors Room>> in Berlin Mitte. (Quelle: rbb)
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- Julia Rust führt zum Jubiläum durch den Me Collectors Room

Zum zehnjährigen Jubiläum des "Me Collectors Room" in Berlin Mitte lädt Direktorin Julia Rust zu einem Rundgang durch das Haus ein - hier gibt es inspirierende Kunst zu sehen und teilweise auch zum anfassen.

Julia Rust, die dieses Haus seit 10 Jahren leitet, hat es morgens nicht weit zur Arbeit.

Julia Rust, Direktorin "Me Collectors Room"

"Jeden Tag komm ich mit dem Fahrrad, sind von Zuhause auch nur 10 Minuten, also besser geht’s eigentlich nicht."

Die letzten Wochen waren für Julia Rust ziemlich stressig. Doch jetzt  ist die Jubiläumsausstellung so gut wie fertig; Aber irgendwas stimmt noch nicht ganz...

Die Schrift hängt zu hoch- nicht dass sie jemand übersieht.

"So 20 cm noch runter würde ich’s machen.

Wie lang wird das dauern bis das geklebt ist? - Ne Stunde oder so."

Im Fernsehen kriegen wir das ein bisschen schneller hin...

Julia Rust, Direktorin "Me Collectors Room"

"Jeder kann hier her kommen und sagen - Das ist dann in diesem Moment, in dem der Besucher oder die Besucherin hier ist, sein Haus und sein Kunsthaus und die Kunst, die er sich ansehen und erleben kann.“

Vor 10 Jahren fängt alles an. Damals kauft der Kunstsammler Thomas Olbricht ein Grundstück in der Auguststraße. Er will die Kunst, die er seit Jahrzehnten sammelt, endlich öffentlich zeigen.  

Julia Rust ist von Anfang an dabei und steht für das besondere Konzept dieses Hauses.

 

Julia Rust, Direktorin "Me Collectors Room"

"Wir sind ein Gastgeber für sowohl andere internationale Sammlerinnen und Sammler, als auch die eigene Sammlung, für ganz viele unterschiedliche Kuratorinnen und Kuratoren (…) und einer der ersten der eingeladen wurde, war der Selim Varol – ein toller Sammler, der Streetart und ArtToys sammelt. Das war 2012 und da hatten wir unsere kompletten 6 Meter hohen Wände zugepflastert mit Street Art."

Die Ausstellung zum 10-jährigen Geburtstag hat Thomas Olbricht selbst kuratiert – viele der Stücke  sind Lieblingswerke, nicht nur des Sammlers.

 

Julia Rust, Direktorin "Me Collectors Room"

"Das ist eine Arbeit von Nicole Eisenman, die jetzt viele Jahre bei mir im Büro hing - Mining 2 - heißt die und eine meiner absoluten Lieblingsarbeiten aus der Olbricht Collection und ich bin froh, dass sie jetzt hier in der Jubiläumsausstellung hängen kann."

Der Me Collectors Rooms versteht sich als eine besondere Adresse für Kunst: hier werden ausschließlich privat finanzierte Ausstellungen  gezeigt. Für Julia Rust als Direktorin eine besondere Freiheit.

 

Julia Rust, Direktorin "Me Collectors Room"

"Wir haben den großen Luxus, finde ich, mit der Kunst unmittelbarer umgehen zu dürfen, eben auch weil der Sammler Thomas Olbricht sehr großzügig ist und da auch gerne ins Risiko geht und eben nicht die Kunst hermetisch hinter gezogenen Linien abzuriegeln, sondern die Besucher können bei uns wirklich ganz nah an die Kunst herangehen, teilweise Objekte aus der Wunderkammer dürfen auch berührt werden."

A propòs Wunderkammer – das Herzstück des Me Collectors Rooms. Sie ist dauerhaft im Obergeschoss des Hauses zu sehen.

Das Konzept stammt aus der Barock- und Rennaissance Zeit.

Julia Rust, Direktorin "Me Collectors Room"

"Da wurden die ersten Vorläufer eigentlich von musealen Sammlungen zusammengestellt mit eben unterschiedlichsten Objekten (…) Dinge, die man sich früher auch nicht erklären konnte, woher die kommen also lauter Dinge über die man sich wundern soll oder kann oder durfte."

"Diese Kreatur, die aus Fisch, Schuppen, Vogelkrallen und Nagerzähnchen zusammengesetzt ist und ein Teil ist auch noch geschnitzt. (…) Harmlos ist die nicht."

Ein Gang durch den Me Collectors Room ist eine Entdeckungsreise durch Jahrhunderte und Kontinente.

 

Julia Rust, Direktorin "Me Collectors Room"

"Ich hab‘ gelernt, dass man wirklich fast alle Menschen für Kunst und Kultur interessieren, wenn nicht sogar begeistern kann und das ist auch das Ziel, dass ich mir jetzt auch weiterhin gesteckt habe."

In der Mitte dieser Jubiläumsausstellung hat sich Thomas Olbricht das Zimmer seiner Kindheit aufgebaut. Hier kann der Besucher die Anfänge dieses besessenen Sammlers bestaunen.

Autorin: Anna Tschöpe