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- Ibsen im Hans-Otto-Theater

"Stützen der Gesellschaft" -  Das sozialkritische Drama von Henrik Ibsen hat im Hans-Otto-Theater. Wann ist wegen des Corona-Virus ungewiss. Wir begleiten die Hauptdarstellerin Katja Zinsmeister durch ihren Probenalltag.

Am Hans Otto Theater laufen die Proben zu „Die Stützen der Gesellschaft“ von Henrik Ibsen. Eigentlich sollte das Stück am 20. März Premiere feiern. Katja Zinsmeister gehört zu den 25 festen Ensemble-Mitgliedern. Ein Arbeitsplatz, an dem sie sich zu Hause fühlt.

Katja Zinsmeister, Schauspielerin
"Ich bin vor 1,5 Jahren nach Potsdam gekommen. Vorher habe ich 8 Jahre in Aachen gelebt. Da gibt es gar kein Wasser und deswegen nutze ich jede Möglichkeit am Wasser zu sein."

Es ist früher Nachmittag und heute kommt sie bereits zur zweiten Probe ins Haus

Katja Zinsmeister, Schauspielerin
"Hier sind wir Backstage. Dahinten ist die große Bühne und hier gehe ich in meine Garderobe mit mehreren anderen Kollegen, aber heute bin ich alleine.

Text lernen in Zeiten von Corona. Als wir Katja Zinsmeister begleiten, wissen wir noch nicht, dass der Spielbetrieb pausieren muss. Katja Zinsmeister findet es wichtig, gelassen zu bleiben.

Katja Zinsmeister, Schauspielerin
"Ich mach mir schon meine Gedanken, wie es weiter geht. Wir versuchen uns gegenseitig nicht anzuhusten und ich habe keine Knutsch-Szene, die würd ich heute auf den Proben vermeiden."

Bevor es auf die Bühne geht, muss nicht nur der Text sitzen. Die Kostüme zu probieren, macht allerdings mehr Spaß. Für ihre Rolle als Gattin eines Großunternehmers darf der Schuh gern etwas höher sein.

Die etwas größere Herausforderung: ein Trick-Kleid. Katja Zinsmeister muss mit ein paar Handgriffen einen Kostümwechsel auf der Bühne hinlegen. Von Gelb nach Pink und das soll auch noch elegant aussehen.

Weiter geht’s mit den Proben zu den „Stützen der Gesellschaft“. Regisseur Sascha Hawemann sieht Ibsens Stück aus dem Jahre 1877 als Politik- und Beziehungsdrama mit viel sozialem Sprengstoff.

Sascha Hawemann, Regisseur
"Stützen der Gesellschaft in einer Wirtschaftsform, in der wir leben, da geht es auch um die menschlichen Beschädigungen, die Kollateralschäden, die das mit sich bringt, was man dann gerne vergisst. Dass es nicht so ein Abstraktum ist von politischer Welt, sondern die Wechselwirkung von dem Mensch-sein oder Mensch- bleiben und dem Leistungsdruck oder dem Erfüllungsdruck oder dem Druck der Selbstoptimierung, der auf einem lastet."

Katja Zinsmeister spielt Betti Bernick, die Frau eines Kapitalisten. Eine Ehefrau zum Vorzeigen.

Katja Zinsmeister, Schauspielerin
"Unser Vorbild war Melania Trump, die irre spannend ist, der so oft das Gesicht aus dem Gesicht fällt, die das gut kann – die Fassade zu halten und dann auch wieder gar nicht kann."

Erstmal ist die Premiere auf Ende April verschoben. Die Proben gehen trotz der Schließung weiter.

Autorin: Charlotte Pollex

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