Liedermacher Klaus Hoffmann (Bild: rbb)
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- Liedermachen ohne Publikum

Der Jacques Brel-Abend von Liedermacher Klaus Hoffmann wurde abgesagt - wie so vieles. Was macht ein Künstler ohne Publikum? Wie sehr vermisst er den Kontakt?

Klaus Hoffmann, Liedermacher
"Ich arbeite so besessen und immer noch gerne speziell hier in der Bar. Wenn es fehlt, dann merkst du erst, was dir fehlt. Und dann ist das ein Lebensmittel was fehlt."

Statt prallvollem Spiegelzelt - heute ein Konzert nur für uns.

Klaus Hoffmann, Liedermacher
"Ich war doch traurig. Stell dir vor, das gibt es dann irgendwann nicht mehr: Theater, Gaukler, Tanz, Ballett, Zusammenkommen, Lachen."

Zumindest bis Ende Juli gibt es das hier nicht mehr. So lange muss die Bar jeder Vernunft geschlossen bleiben. Klaus Hoffmann macht das sehr ungeduldig.

Klaus Hoffmann, Liedermacher
"Was hat mir am meisten Angst gemacht? Dass ich die Zeit einfach verplemper. Das ist ein narzisstischer Beruf. Den hab ich mal begonnen da war ich ein schmaler, hübscher Junge mit langen Haaren, der schmallippig komische Lieder singt."

Klaus Hoffmann ist Jahrgang 1951, geboren in Charlottenburg.

Klaus Hoffmann, Liedermacher
"Berlin ist in mir und ich trage es mit mir mit all dieser Tradition. Dieses Moment der Solidarität, das hat Berlin als Geschichte einfach."

Verbunden fühlt er sich mit großen Künstlern wie Harald Juhnke und Hildegard Knef.

Klaus Hoffmann, Liedermacher
"Hilde Knef ist ein Vorbild. Die kam in den Garten, ich hab die Gitarre geholt und ihr ihre Lieder vorgesungen. Das fand sie absolut daneben."

Jetzt im Mai verpassen seine Fans einen Liederabend mit Chansons von Jaques Brel. Der Künstler der Klaus Hoffmann am tiefsten geprägt hat und der für ihn immer aktuell bleibt.

Klaus Hoffmann, Liedermacher
"Bei Brel war es so, der hat sehr viel von Sterben und Existenzen gesprochen und gesungen, sehr menschlich sehr grade und sehr laut. Der zeigte mir über Leben etwas.

Jetzt sitzen wir hier in der Bar jeder Vernunft da wird renoviert und ich kam und dachte wir nehmen Abschied und ich werde dann gehen und denke wir fangen wieder an."

Autorin: Charlotte Pollex

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