Ein Orangenbaum im Schlosspark Oranienburg trägt Früchte. (Bild: rbb)
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- Der Schlosspark Oranienburg

Westlich des Schlosses ließ Luise Henriette von Oranien einen Lustgarten anlegen. Hier wurden die ersten Kartoffeln in der Mark Brandenburg gepflanzt.

Früh am Morgen verteilt Chefgärtnerin Irene Jaeck die Aufgaben. 30 Hektar groß ist das Parkgelände. Noch hängt der Morgentau frisch an den Gräsern - da heißt es für die Männer schon: Rasenmähen.

Irene Jaeck macht das frühe Aufstehen längst nichts mehr aus. Sie fährt in eines der sogenannten Gartenzimmer die vor elf Jahren zur Landesgartenschau angelegt wurden. Die Hortensien müssen beschnitten werden.

Irene Jaeck, Chefgärtnerin
"Die haben leider noch mal Frost bekommen. Man sieht es an dieser hier hervorragend. Sie war schon grasgrün, hat ganz toll ausgetrieben und der Frost hat es natürlich erledigt. Es sieht nicht schön aus. Die Pflanze ist deshalb nicht tot, aber wir beschneiden sie, dass das Trockene restlos rauskommt. Die treibt dann wieder und sie blüht auch wieder."

Andreas Kenzler schaut nach dem Rechten. Er ist der Gärtnerische Leiter des Schlossparks.

Luise Henriette von Oranien lies den Schlosspark 1652 nach holländischem Vorbild errichten. Als Frau von Welt brachte sie modernen Gartenbau und exotische Pflanzen – wie Spargel – nach Brandenburg.

Andreas Kenzler, Gärtnerischer Leiter
"Luise Henriette war relativ sozial eingestellt. Sie hatte ein Waisenhaus installiert. Ihr Grundgedanke war, sich von ihrem Grund und Boden selbst zu ernähren. Sie wollte einen Mehrwert schaffen und die Hungersnot nach dem 30-jährigen Krieg überbrücken. Deswegen auch die Einführung der Kartoffel – das war die richtige Grundnahrung."

Vom ursprünglichen Park ist heute kaum noch etwas übrig. Selbst das historische Eingangsportal wurde erst nach Luises Tod von ihrem Sohn in Auftrag gegeben. Aber die alte Eiche soll noch aus Luises Zeiten stammen. Aber bewiesen ist das nicht, den Oranienburgern ist es egal.

Andreas Kenzler, Gärtnerischer Leiter
"Nach den Informationen von Oranienburgern haben sich da Generationen getroffen und geküsst und gemacht und getan. Das war damals ein ganz beliebter Ausflugspunkt für Jungverliebte."

Im ganzen Park ist Luises Vorbild. So erinnern Gräben und geschwungene Brücken an holländische Grachten.

Und Zitrusfrüchte standen auch bei der Kurfürstin hoch im Kurs.

Irene Jaeck, Chefgärtnerin
"Wir haben eine Vielfalt. Wir haben von Orangerie-Pflanzen, also Pflanzen aus fernen Ländern, die wir auch in unserer Halle haben über die normale Gartenarbeit – Heckenschneiden, dies das. Es ist alles da. Es ist eigentlich alles da, was man sich wünscht. Manchmal auch ein bisschen viel."

So hingebungsvoll wie heute, kümmerte man sich um den Park längst nicht zu jeder Zeit. Jahrhundertelang verwahrloste er.

Irene Jaeck, Gärtnerische Leiterin
"Es war ein offenes Gelände. Leute sind so. Die nutzen das, um ihren Bauschutt abzuladen. Aber so ist das Leben, so sind die Menschen und es ist schade drum. Jetzt erkennt man doch diesen Wert, den so ein Stück Erde auch für die Erholung hat. Wir haben ein eingezäuntes Gelände. Dadurch ist es sauberer, schöner und so sollte es sein, so ist es gut."

Zur Pause kehren alle zurück. Irene Jaeck weiß, wie sie ihr Team bei Laune hält.

Autorin: Lilli Klinger

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