Ein Salat im Restaurant "Good Bank" in Berlin (Quelle: rbb)
rbb
Bild: rbb

- Food Revolution - Wie werden wir zukünftig essen?

Unsere Wirtschaft ist auf Wachstum ausgerichtet, doch die Ressourcen schwinden. Das gilt auch für die Lebensmittelindustrie. Die Ausstellung "Food Revolution 5.0" im Berliner Kunstgewerbemuseum widmet sich dem Thema und fragt, wie wir in Zukunft essen werden.   

Leandro Vergani, Good Bank
"Fehlen noch die Sonnenblumenkerne."

Leandro Vergani hat eine Mission: Er will den frischesten Salat in ganz Berlin verkaufen. Er züchtet und erntet direkt vor den Augen seiner Gäste.

Leandro Vergani, Good Bank
"Die Salate wachsen bei uns vier Wochen. Die Setzlinge, die angeliefert werden, sind ungefähr so groß, also ganz kleine Setzlinge."

Die Salate wachsen in "vertikalen Farmen": in Vitrinen übereinandergeschichtet, optimal mit Nährstoffen versorgt, unter Kunstlicht.

Leandro Vergani, Good Bank
"Ich habe in der Landwirtschaft gearbeitet, meine Familie auch, und ich habe etwas ganz anderes studiert nämlich Wirtschaft und Politik."


Keine Pestizide, keine Transportwege, das ist für Leandro Vergani wichtig. Für ihn ist dieser platzsparenden Anbau die Zukunft der Landwirtschaft.

Leandro Vergani, Good Bank
"In zehn Jahren können wir die 100 Läden schaffen. Dann würden wir so viel wie möglich selbst anbauen, auch andere Obst- und Gemüsesorten, irgendwann auch Fleisch und Fisch."

Wie wir in künftig essen werden? Salat aus den vertikalen Farmen ist ein Beispiel - und jetzt im Kunstgewerbemuseum in der Ausstellung "Food Revolution" zu sehen.

Claudia Banz, Kunstgewerbemuseum
"Wir brauchen Essen um zu überleben. Und wenn man sich das so anschaut: Lebensmittelverschwendung, Lebensmittelskandale, industrielle Landwirtschaft, Ressourcen, Klimaschutz, das alles hängt zusammen. Die Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren, hat sehr negative Auswirkungen auf unseren Planeten."


Designer haben für die Ausstellung darüber nachgedacht, wie wir uns künftig ernähren werden: Insekten etwa sind proteinhaltig, mit einem viel höheren Nährwert als Fleisch. Und sie haben eine bessere Umweltbilanz als ein Hackbraten. Warum also nicht falscher Hase aus Mehlwürmern?

Was so verspielt wirkt hat einen ernsthaften Hintergrund: Insekten werden in Zukunft ein Lebensmittel sein, um den Hunger der wachsenden Weltbevölkerung zu stillen. Oder roter Seetang aus dem Atlantik, der durch den Fleischwolf gedreht fast an Fleisch erinnert, wie wir es kennen. Und der nach gebratenem Speck schmecken soll.

Und natürlich Algen: Schon jetzt als Superfood gehyped. Diese Anlage steht auch im Museum, aber es gibt auch sie bereits in Berlin. In Schöneberg entwickelt eine Firma seit zwei Jahren die "Landwirtschaft im Rohr" für Hausfassaden. Die Algen brauchen Licht und Kohlendioxyd, dann wachsen sie. Täglich etwas mehr als ein Kilogramm Algen, die im Sommer in jeder zweiten Woche geerntet werden können.

Jana Siemer, Mint Engineering
"Das ist unsere Algenpaste, und durch eine Drehbewegung wird das Algenwasser rausgenommen sozusagen und übrig bleibt diese pastenartige Algenmasse. Wenn man die jetzt noch trocknen würde, dann hätte man wirklich Pulver, was dann in Tablettenform oder in Pellets gepresst werden kann. Diese Pellets könnten dann zum Beispiel in die Lebensmittel reingefügt werden, in den Smoothie."


Oder in den gefrorenen Smoothie, das Algeneis.

Algen haben viele Nährstoffe und lassen sich an der eigenen Hausfassade anbauen. So fängt sie an, die Food Revolution.


Autorin: Bettina Lehnert

weitere Themen der Sendung

Besucher in den Prinzessinnengärten (Quelle: rbb)
rbb

Die Prinzessinnengärten am Moritzplatz

Die Prinzessinnengärten sind einer der bekanntesten Stadtgärten Berlins. 2009 hat alles auf einer Brache am Moritzplatz angefangen, mittlerweile gärtnern hier 1.000 Freiwillige pro Jahr. 2019 läuft der Pachtvertrag aus. Die Betreiber hoffen, dass es weiter geht.

S-Bahnhof Treptower Park (Quelle: rbb)
rbb

Wildkräuter sammeln und essen

Anne Schmidt Luchmann zeigt auf ihren Spaziergängen durch Berliner Parks, was alles Essbares am Wegesrand steht. Ihr Mann Paul Schmidt kocht anschließend daraus ein Menü. Wir begleiten die beiden.

Die Künstlerin Inge Mahn (Quelle: rbb)
rbb

Die Künstlerin Inge Mahn

Früher war Inge Mahn Meisterschülerin von Joseph Beuys, ihre Werke waren unter anderem schon auf der Documenta in Kassel zu sehen. Heute lebt die Bildhauerin und Künstlerin in der Uckermark, wo sie ein Atelier hat und Werke von Künstlern aus der Region ausstellt.

"It smells like flowers & fragrances"-Ausstellung im me Collectors Room (Quelle: rbb)
rbb

Kulturnotizen

+ "Tischlein deck dich!" in den Römischen Bädern im Park Sanssouci
+ "It smells like… flowers & fragrances" im me Collectors Room Berlin
+ "FernNah"-Performance im Theaterhaus Berlin Mitte