Martin Maischberger, stellvertretender Direktor der Berliner Antikensammlung, und rbb-Autorin Birgit Wolske (Quelle: rbb)
rbb
Bild: rbb

- Durch die Antikensammlung mit Martin Maischberger

Martin Maischberger begeistert sich für die Antike. Der Archäologe ist stellvertretender Direktor der Berliner Antikensammlung und kennt die Geschichte und Geschichten hinter den Statuen. Eine exklusive Führung durch die Depots des Museums.

Hier darf sonst niemand rein.

Autorin
"Das ist also einer der geheimsten Orte der Antikensammlung?"

Martin Maischberger, stellvertretender Direktor der Berliner Antikensammlung

"Das ist unser derzeitges Sonderdepot, das wir vor ein paar Jahren eingerichtet haben und in dem wir einen Großteil unserer pergamenischen Schätze lagern. Eine Auswahl der schönsten Skulpturen aus Marmor, die in Pergamon ausgegraben wurden, die sich seit über 140 Jahren in Berlin befinden und jetzt darauf warten, in unserem tollen neuen Pergamon Interim aufgestellt zu werden."

Martin Maischberger, stellvertretender Direktor der Berliner Antikensammlung
"
Die größten Stücke haben wir hier aus Platzgründen untergestellt, vor allem die lebensgroßen weiblichen Statuen, viele von denen leider kopflos, aber einige haben die zugehörigen Köpfe. Die werden wir auch komplett in die Ausstellung bringen. Sie stammen nicht vom Pergamonaltar selbst, standen aber direkt vor dem Pergamonaltar."


Im Depot stehen sie eng an eng beieinander, Werke von unschätzbarem Wert. Sie wurden restauriert, bevor sie in den kommenden Wochen Stück für Stück in das neue Haus transportiert werden.

Autorin
"Gibt es denn noch einen besonders wertvollen Schatz, den sie uns zeigen können?"

Martin Maischberger, stellvertretender Direktor der Berliner Antikensammlung

"Unbedingt. Ich habe hier in dieser Kiste, die von außen sicherlich unscheinbar wirkt, in der man nichts Wertvolles vermuten würde, eine besondere Spezialität zu bieten, eine ganz tolle mehrfigurige Skulpturengruppe, die sich zusammensetzt aus Herakles, aus Prometheus, aus der Personifikation des Kaukasusgebirges. Eine Herakles-Prometheus-Kaukasus-Gruppe gibt es nicht noch einmal."

Martin Maischberger kennt jedes Stück, und wenn er die Geschichte dahinter erzählt, merkt man ihm an, wie sehr ihn die Antike begeistert.  

Autorin
"Warum haben Sie sich gerade die Antike als die Epoche ausgesucht, mit der Sie sich beschäftigen?"

Martin Maischberger, stellvertretender Direktor der Berliner Antikensammlung
"Mich hat die klassische Antike von Kindesbeinen an fasziniert. Es liegt vielleicht auch daran, dass ich als Kind in Italien gelebt habe, das heißt ich kam sofort mit dem Colloseum und mit den Thermen in Rom in Berührung. Das lag mir dann scheinbar näher als Ägypten. Ich habe mich eine Zeit lang auch mal für Ägypten oder den Vorderen Orient interessiert. Aber die Liebe zur klassischen Antike, zu Griechenland und Rom, die war doch die stärkste von allen."

Martin Maischberger nimmt uns weiter mit durch die Antikensammlung. Ungefähr 100.000 antike Stücke lagern in Berlin. Er führt uns in ein noch größeres Depot. Vor wenigen Jahren wurde unweit der Museumsinsel das Archäologische Zentrum gebaut.

Martin Maischberger, stellvertretender Direktor der Berliner Antikensammlung
"Wir sind hier in einem Backstage-Bereich, hier sind unsere Depots für die Skulpturen, hier sind unsere Werkstätten untergebracht, und das ist jetzt nach neuesten Depotprinzipien so eingerichtet worden. Hier sind die Schätze aus etwa 300 Jahren Sammeltätigkeit der Berliner Antikensammlung. Im Pergamon Interim-Museum werden wir natürlich nur Objekte aus Pergamon ausstellen. Das heißt, alles was wir etwa aus Olympia, aus Milet, aus Rom habe, wird nicht in das Interim-Museum gehe, von den Objekten aus Pergamon auch nicht alles. Es wird eine exquisite Auswahl, eine Art Best of sein."

Bald werden die antiken Skulpturen umziehen. Nach Jahren der Vorbereitung ein besonderer Moment.

Autorin
"Lampenfieber?"

Martin Maischberger, stellvertretender Direktor der Berliner Antikensammlung

"Ja. Jede Ausstellung, zumal wenn sie in einem neuen Haus ist, bringt so eine Aufregung mit sich. Also, das kann ich schon für mich sagen und für den Großteil meiner Kollegen, dass wir so abgebrüht noch nicht sind, dass das für uns einfach so nebenbei passieren wird. Es passieren viele Dinge nebenher noch, aber das hier ist für uns der Hauptakt und der bringt einiges an Aufregung und Herzschlag mit sich."


Autorin: Birgit Wolske

weitere Themen der Sendung

Skulpturen im neuen Museum "Pergamonmuseum. Das Panorama" (Quelle: rbb)
rbb

"Pergamonmuseum. Das Panorama"

Seit vier Jahren werden weite Teile des Pergamonmuseums restauriert. Die Arbeiten werden noch mindestens bis in Mitte der 2020er Jahre reichen. Diese Wartezeit soll das "Pergamonmuseum. Das Panorama" füllen - mit einer Ausstellung, die antike Kunst in besonderer Form erlebbar machen soll.  

Irene Moessinger vor dem Tempodrom (Quelle: rbb)
rbb

Irene Moessinger: "Berlin liegt am Meer"

"Krankenschwester eröffnet mit Erbschaft einen Zirkus" titelten in den 80er Jahren die Berliner Zeitungen. Gemeint war Irene Moessinger, die das legendäre Tempodrom in Berlin gründete - ein kreativer Ort für Off-Kultur.  

Tänzer des Berliner Staatsballetts bei den Proben (Quelle: rbb)
rbb

Kulturnotizen

+ "Celis / Eyal" - das Staatsballett Berlin in der Komischen Oper
+ "Ein weites Feld. Der Flughafen Tempelhof und seine Geschichte"
+ "Straße der Träume. Ein Roadtrip auf der B96"

Akrobaten beim Berlin Circus Festival 2018 (Quelle: rbb)
rbb

Berlin Circus Festival

Jung, wild und unkonventionell - so ist das Berlin Circus Festival auf dem Tempelhofer Feld. Bereits zum vierten Mal findet es in diesem Jahr statt. Bei der Veranstaltung gehen die Organisatoren dabei kein geringes finanzielles Risiko ein.

Die Musikerin Silvia Ocougne (Quelle: rbb)
rbb

Imaginäre Musik

Der September ist der Monat der zeitgenössischen Musik in Berlin. Für viele Ohren bedeutet dies vor allem schräge und ungewohnte Klänge. Die Musikerin Silvia Ocougne aus Sao Paulo kann sich für diese jedoch ganz besonders begeistern.