Bilder in der Nicholas Nixon-Ausstellung von C/O Berlin (Quelle: rbb)
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Bild: rbb

- C/O Berlin zeigt das Gesamtwerk von Nicholas Nixon

Der amerikanische Fotograf Nicholas Nixon hat seit 40 Jahren das gleiche Motiv: seine Frau und ihre drei Schwestern. Seit dem Sommer 1975 fotografiert er sie, immer in Schwarz-Weiß, immer als Gruppenbild. c/o Berlin zeigt die Serie und viele andere Aufnahmen nun in einer Retrospektive.

Nicholas Nixon ist gerade aus Boston angekommen, um seine Ausstellung aufzubauen.  Der Fotograf ist noch nicht ganz zufrieden mit dem Licht, es könnte heller sein in der c/o Berlin. Also zeigt er erstmal seiner Frau Bebe den Raum, in dem schon alles stimmt. Hier hängt seine bekannteste Arbeit: die "Brown Sisters". Bebe und ihre Schwestern hat er mehr als 40 Jahre lang fotografiert.

Entstanden ist die Idee zufällig - auf einem Familienfest. Es war heiß, allen war langweilig. Er hat angefangen, die Schwestern zu fotografieren.

Nicholas Nixon, Fotograf
"Bebe ist hier eine verheiratete Frau. Sie wird demnächst heiraten. Sie hat noch wechselnde Freunde. Und sie fängt erst damit an, sich so als Frau zu entdecken. Und da sieht man so vier verschiedene Stadien des Erwachsenwerdens als Frau und dann haben sie alle auch noch die gleichen Augen, das macht dieses Bild für mich so besonders."

Alle vier haben bis heute ein ausgefülltes Leben, Familie, Arbeit, sie sind gesund.

Nicholas Nixon, Fotograf
"Ich mache das solange wie sie mich lassen. Die nächste Hürde ist das 50. Foto, in diesem Jahre haben wir das 44. Foto, das sind noch sechs mehr. Ich denke, das schaffen wir."

Wenn er Menschen porträtiert - wie hier Liebespaare - sucht Nicholas Nixon immer nach diesem einen Moment.

Nicholas Nixon, Fotograf
"Ich bin da und versuche jedes Mal wieder das beste Bild meines Lebens zu machen, und dann sehe ich da zum Beispiel das – wham. Und dann sehe ich das, dieser Kuss ist, als ob sich zwei Planeten berühren."

Ende der 80er Jahre kämpft er mit diesen Fotos gegen die Stigmatisierung von Aidskranken. Bob fotografiert er bis zu seinem Tod und entdeckt dabei wie ähnlich sie sich sind.

Nicholas Nixon, Fotograf
"Er ist wie ich, ohne das Glück, das ich hatte. Er kam aus einer sehr schwierigen Familie, die Männer waren alle Alkoholiker, sein Vater stark an einer Leberzirrhose, aber er war sehr smart, sehr scharfsinnig, wir haben uns wirklich sehr gemocht."

Für Nicholas Nixon ist Kunst der Ausweg aus seinem Zuhause, Mit 16 fängt er an zu lesen, mit 18 fotografiert er. Gerade erst hat er seinen Lehrstuhl an der Universität in Massachusetts aufgegeben - mit 71.

Jetzt erstmal die große Ausstellung in Berlin. Die letzten Kataloge müssen signiert werden. Und wie geht es dann weiter? Er will etwas anderes ausprobieren, Bäume fotografieren. Die ersten Bilder hat er schon mal mitgebracht.

Nicholas Nixon, Fotograf
"Die Ruhe dieser Bilder ist für mich wie Meditation. Ich fühle mich dann so leicht und nicht so unter Druck gesetzt von mir selbst. Ich bin dann da und sehe nur, wie schön diese Linien sind. Da ist eine Entspannung, wenn man sonst die ganze Zeit nur mit Menschen beschäftigt ist."

Was für eine beeindruckende Ausstellung und jetzt stimmt auch das Licht.

Nicholas Nixon, Fotograf
"Gut, schön hell."


Autorin: Bettina Lehnert

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