Die Capella de la Torre in der kulturradio Klassik Lounge im Watergate, Berlin 2018; © Tomasz Kurianowicz
Tomasz Kurianowicz
Bild: Tomasz Kurianowicz

- Capella de la Torre

Das Ensemble "Capella de la Torre" spielt Stücke aus dem späten Mittelalter und zeigt uns, dass "Pommer" und "Dulzian" Musik machen.

Mit historischen Instrumenten auf dem Weg in den Club: Das Renaissance Ensemble "Capella de la Torre" trifft sich zur einer besonderen Probe: Leiterin und Gründerin Katharina Bäuml kommt mit ihrer Schalmei - wie immer - zuletzt:

Guten morgen!

Hier werden sie heute Abend ihr neues Programm vorstellen - Musik von vor 500 Jahren.

"Morgen! Hi! Da bist Du ja."

Katharina Bäuml reist durch die Konzertsäle der Welt - immer dabei ihr Instrumentenkoffer, auf den sie oft angesprochen wird.

Katharina Bäuml, Leiterin und Gründerin von "Capella de la Torre"
Ständig, wenn man dann im Zug ist oder so: Entweder: Ist da eine Angelroute drin? Oder: Junge Frau, verreisen Sie mit einem Gewehr? Oder: Was ist das denn für eine Gitarre? Also, man geht eigentlich nirgends lang, ohne dass jemand fragt. Ich sage aber meistens Schalmei und dann ist es gar nicht so unbekannt. Das haben die meisten irgendwo schon einmal gehört.

Wir kennen den Hirten oder Engel mit seiner Schalmei:

Gebt mal ein ‚G‘

Die Schalmei ist über 2.000 Jahre alt.

Aus dem Orient kam sie im Spätmittelalter nach Europa.

Früher waren diese die Instrumente der mittelalterlichen Stadtpfeiffer: Schalmei,  Pommer, sowie 01:23 Renaissanceposaune und Dulzian.

Hildegard Wippermann, Musikerin "Capella de la Torre"
Die Stadtpfeiffer waren Angestellte der Städte und hatten verschiedene Aufgaben. Die gingen teilweise wirklich auf den Turm rauf und vom Kirchturm raus gab es Fanfaren und Signale dafür, wenn ein Feind anrückte und so weiter. Und eine andere Aufgabe war auch schlicht und ergreifend die Uhrzeit kund zu tun, weil es Uhren ja nicht so häufig gab.

Das klingt doch schon ganz gut, oder?

Die Mundstücke aus Schilfrohr müssen per Hand zurechtgeschnitten werden:

Katharina Bäuml
Also, dass man wirklich schaut, dass man hier von vorne das Holz so ein bisschen abschabt und zwar so lange bis es dann dünn genug ist.“

Damit sie vibrieren können, für einen schönen Klang. Die Schabetechnik braucht viel Übung!

Katharina Bäuml
Aber mein ehemaliger Lehrer hat mal gesagt, weißt Du, Katharina, wenn Du einen ganzen Waschkorb voll gemacht hast, dann kannst Du es irgendwann. Und damals dachte ich, oh Gott, einen Waschkorb, das schaffst Du nie. Inzwischen, glaube ich, ist es weit mehr als einer.

Vor dem Konzert ist Zeit für eine Kaffeepause.

Aber eigentlich ist das das Stück, wenn man es so nebeneinander legt.

Sie spielen Stücke und Lieder von vor 500 Jahren: Die Noten dafür finden sie in Bibliotheken. Ihre Recherche bezieht sich nicht nur auf die Musik:

Hildegard Wippermann
Das ist sozusagen das A&O, das ist die Basis von allem. Dass man weiß, wo wurde die Musik aufgeführt, in welchem Rahmen hat man sich befunden, wie haben die Menschen gelebt zu der Zeit.

In der Clublounge präsentieren Capella de la Torre gleich ihr neues Programm: "Soundscape Leonardo da Vinci", produziert vom kulturradio des rbb. Wenn Katharina Bäuml dann da ist, wie immer als letzte, kann es losgehen.

So klingt sie, die Musik, die Leonardo da Vinci umgeben hat. Mit ihren musikalischen Zeitreisen begeistert "Capella da la Torre" das  Publikum.

Autorin: Vanessa Loewel

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