Eine Box mit Schokoherzen von Air Berlin (Quelle: rbb)
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Bild: rbb

- Die Air Berlin im Museum

Vor einem Jahr landete zum letzten Mal eine Maschine der Air Berlin in Tegel. Nach dem Aus für die Fluggesellschaft lagern eine ganze Reihe von Ausrüstungsgegenständen und Accessoires im Fundus des Deutschen Technikmuseums. Dort sollen sie irgendwann einmal ausgestellt werden.  

Flughafen Tegel, Besucherterrasse. Normalerweise hat Dave McCaleb keine Zeit, hier her zu kommen. Heute hat der Pilot Bereitschaft. Seit einem Jahr fliegt er für EasyJet. Davor war er 27 Jahre lang Pilot bei Air Berlin. An den letzten Flug vor einem Jahr erinnert er sich mit Wehmut

Dave McCaleb, Pilot
"Es war mit einer sehr erfahrenen Crew, die sich seit fast 27 Jahren kannte, solange ich bei der Firma war. Es hat richtig Spaß gemacht. Es war gut mit diesen Leuten den letzten Flug durchzuführen. Es gab sehr wenige trockene Augen, sie waren sehr emotional darüber."

Es war der letzte Air Berlin-Flug überhaupt. Und Dave McCaleb durfte ihn fliegen. Tausende Besucher und Mitarbeiter warteten in Tegel, bis die Maschine aus München landete.

Ein Jahr nach der Pleite, ist die Airline ein Stück Berliner Luftfahrtgeschichte.

Dave McCaleb, Pilot
"Ich habe hier die Uniform von meinem letzten Flug mitgebracht. Den Hut habe ich sehr wenig genutzt. Normalerweise wurde der Hut bei Air Berlin nicht so viel getragen. Es ist fast neu."

Jetzt kommt die Uniform ins Museum.

Dave McCaleb, Pilot

"Das ist meine Übergabe ans Technikmuseum. Es bedeutet mir viel und ich hoffe, dass es auch anderen viel bedeutet."

Dave McCaleb muss zum Dienst. Olaf Fritzsche, früher Regionalmanager von Air Berlin, bringt die Uniform zum Technikmuseum. Er hat noch andere ehemalige Mitarbeiter zusammengetrommelt.

Heiko Triesch, Deutsches Technikmuseum Berlin

"Wenn wir uns die Uniform angucken, die ist ein ganz tolles Beispiel. Wir können ihn halt nach seiner Biografie fragen, ihn danach fragen, wann er die getragen hat, warum er die getragen hat, wie oft, wie viele Uniformen gab es bei der Air Berlin, wie ging es ihm beim letzten Flug. All diese Dinge erfahren wir nur von ihm, die kann uns kein anderer sagen. Deswegen ist es für uns eigentlich der Idealfall. Wenn man diese Informationen zu den Dingen nicht hat, dann sind die fast wertlos."


Sogar die berühmten Schoko-Herzen landen hier.

Stefan Berg, ehemaligerAir Berlin-Kabinenchef 
"Wenn du sie nur einmal nicht dabei gehabt hast, weil beim Caterer irgendetwas schiefgelaufen ist, und beim Ausstieg das Herz nicht angeboten wurde, war schon die Hölle los."


Mino Kalkofen, ehem. Air Berlin-Techniker

"Auf jedem Flughafen war es ein Währungsmittel. Man wollte was, man hat Air Berlin-Herzen ausgepackt und man hat sofort alles bekommen."

Seine Unterschrift fehlt noch. Stefan Berg war der Kabinenchef, der mit seiner Crew den letzten Flug betreute.

Stefan Berg, ehemaligerAir Berlin-Kabinenchef
"Ich hatte mir schon eine Ansage zurecht geschrieben und hatte mir zum ersten Mal auch eine Ansage ausgedruckt. Sonst spricht man seine Ansagen immer frei, aber in dem Fall hatte ich mir sie so ausgedruckt mit so großen Buchstaben, damit, falls ich die Ansage im Heulen lesen muss, dass ich das noch lesen kann. Aber es ging dann auch so. Und es war enorm emotional."

Hier in der Abteilung für Luftfahrt sollen die Erinnerungsstücke der Air Berlin schon bald ausgestellt werden.

Heiko Triesch, Deutsches Technikmuseum Berlin  
"Das nächste Jahr ist das Jahr der großen Luftfahrtjubiläen: 80 Jahre Düsenflugzeug, 70 Jahre Ende der Luftbrücke, 50 Jahre Mondlandung, 40 Jahre Ariane und Air Berlin. Das sind so viele Jubiläen, da muss man was machen."


Autorin: Birgit Wolske

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