Jonas Urbat und Julia Bilat in Neukölln (Quelle: rbb)
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- "InTubaWild" - Musiker und ihre Lieblingsorte

Der Musiker Jonas Urbat hat sich für das Unterwegssein entschieden. Der Tubist wollte eigentlich Orchestermusiker werden, doch dann hat er seinen Bus zu einem Tonstudio umgebaut, Kollegen eingepack und ist losgefahren.

Statt in einem Orchester zu spielen, ist der Tubist Jonas Urbat lieber auf Reisen. Mit anderen Musikern sucht er nach neuen Klängen. "InTubaWild" nennt er sein Projekt.

Jonas Urbat, Tubist
"Wir fahren ins Rotbart nach Rixdorf und werden dort zusammen eine kleine Musikproduktion improvisieren. Das ist unser Plan. Mal schauen, was passiert."

Heute fährt er mit dem Bus nach Neukölln. Unterwegs holt er die Cellistin Julia Bilat ab, die er aus dem Stegreif.Orchester kennt, eines von seinen vielen Projekten. Ihr Ziel ist eine noch geschlossene Eckneipe.

Jonas Urbat, Tubist
"So eine Bar erlebt man ja eigentlich immer nur, wenn sie voll ist, wenn viele Leute da sind und schon jede Menge Sound da ist. Wenn sich die Leute unterhalten, man hört es irgendwie klappern, Stühle rücken. Heute können wir komplett bei Null anfangen und schauen: Was bleibt eigentlich übrig in so einer Bar, wenn keine Menschen da sind?"

Jonas Urbat baut sein mobiles Tonstudio auf. Der Raum füllt sich mit diversen Kabeln,  Klinken und Mikrofonen. Für die Aufnahmen hat er seinen Laptop dabei, auf dem er die Sounds gleich bearbeitet und verfremdet.

Jonas Urbat hat in Stuttgart studiert, Julia Bilat in Warschau. Beide haben eine klassische Ausbildung auf ihrem Instrument.

Julia Bilat, Cellistin
"Ich mochte es immer frei zu sein, auch in der klassischen Musik, nicht alles zu planen."

Von der strengen Klassik haben sich beide Musiker mittlerweile entfernt. Ihr Zusammenspiel funktioniert ohne Noten.

Jonas Urbat, Tubist
"Improvisation ist eigentlich wie ein Gespräch. Man schafft es ganz selten in einer wirklichen verbalen Unterhaltung, dass man solange wartet, bis man wirklich was zu sagen hat. Aber wenn man das tut, kommt meistens etwas Besonderes."

Der Dialog mit anderen Musikern, das ist für Jonas Urbat das Wichtigste.

Auch die Geräusche im Raum werden ein Teil der Musik: Jedes Knarzen, Knistern und Klirren wird aufgenommen.

Um sein Projekt bekannt zu machen, dreht Jonas zu jeder Session ein kleines Video, das er online stellt.

Jonas Urbat, Tubist

"Was ich mir wünsche, dass ich Social Media ein bisschen nutzen kann, um mir eine kleine Followerschaft aufzubauen. Vielleicht entwickelt sich auch mal ein Sponsoring oder ein Stipendium, das das Ganze finanziert. Das wäre schön, damit weltweit mal auf die Suche zu gehen nach Musikern und Sounds."

Die Aufnahmen von heute gefallen den beiden Musikern sehr gut. Im Frühjahr wollen sie sich noch einmal treffen, dann irgendwo in der Natur.


Autorin: Karolin Krämer

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