Sopranistin Nicole Chevalier bei einer Probe in der Komischen Oper (Quelle: rbb)
rbb
Bild: rbb

- Nicole Chevalier beim Festival Bernstein der Komischen Oper

Sie gibt alles auf der Bühne: Die Sopransängerin Nicole Chevalier hat keine Angst vor zu viel. Jetzt singt sie die Kunigunde in der neuen Inszenierung von Barrie Kosky an der Komischen Oper. Wir begleiten sie bei der Probe von Leonard Bernsteins Musicals "Candide".

Nicole Chevalier ist auf dem Weg in die Komische Oper, wie jeden Tag. Gerade laufen die Endproben für das Musical "Candide". Eine anstrengende Zeit für die Sängerin

Nicole Chevalier, Sopranistin
"Ich brauche diesen Kick durch den Zucker. Ehrlich gesagt, Coca Cola ist super, es passt zu meiner Stimme, wenn man müde ist oder ein bisschen Schleim hat. Es reinigt alles. Weg."

Nicole Chevalier singt eine der Hauptrollen.

Nicole Chevalier, Sopranistin
"Es hat so eine Genauigkeit mit den Texten, so eine Geschwindigkeit auch damit. Es ist gut, vor der Maske und bevor ich mich einsinge, so ein bisschen über den Text oder musikalische Sachen - wo der Schluss ist, wo wir zusammenkommen, wo wir aufhören beim Singen - noch mal durchzugehen. Ich mache es gerne, bevor der Sturm anfängt. Es ist besser."

Hinter der Bühne wird die Hauptprobe vorbereitet. Heute sollen zum ersten Mal alle Darsteller in Kostüm auftreten. 850 Stück wurden angefertigt, so viele, wie noch nie.

Auch Sopranistin Nicole Chevalier ist inzwischen umgezogen und geschminkt für ihren ersten Auftritt. Im Dirndl geht es auf die Bühne. Im ersten Akt ist sie noch ein junges Mädchen.

Und darum geht es: Kunigunde, Tochter eines Barons, verliebt sich in Candide. Doch im Laufe der Handlung werden sie getrennt. Sie suchen einander auf verschlungenen Wegen. Nach der ersten Szene: Kostümwechsel. Nicole Chevalier muss wieder raus, ihre wichtigste Arie singen.

Leonard Bernstein komponierte Ende der 50er Jahre die Musik zu "Candide". Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper, hat das Musical zum 100. Geburtstag des Komponisten nun opulent inszeniert.

Während Chor und Tänzer auf der Bühne stehen, bleibt für Nicole Chevalier ein kurzer Moment zum Ausruhen. Zeit, Mails an die Familie zu schicken. Geboren wurde sie in Chicago, ihre Eltern Mediziner.

Nicole Chevalier, Sopranistin
"Sehr untypisch, dass ich das mache. Ich bin die Einzige in der Familie, obwohl die alle finden, dass das richtig toll ist. Wenn man eine Leidenschaft und ein Talent dafür hat und das Glück, dies als Beruf zu machen, dann gibt es nichts Besseres."

Seit sechs Jahren singt Nicole Chevalier nun an der Komischen Oper Berlin. Sie bekommt immer wieder große Rollen, wie Kunigunde. Bis jetzt läuft die Probe samt Kostümwechsel fast reibungslos. Doch bis zur Premiere wird noch an den Details gefeilt.
 
Nicole Chevalier, Sopranistin
"Wir müssen ein bisschen das Geheimnis noch für unsere Premiere behalten, aber wir kriegen ein großes Publikum. Normalerweise ist das wie ein Fest."


Autorin: Birgit Wolske

weitere Themen der Sendung

Die Bühne im Stummfilmkino Delphi (Quelle: rbb)
rbb

Die Geschichte des Stummfilmkinos Delphi

Fast wäre es in Vergessenheit geraten, hätten nicht zwei junge Künstler in einer Sylvesternacht das Gebäude entdeckt: Brina Stinehelfer und Nikolaus Schneider haben das ehemalige Stummfilmkino Delphi vor dem Verfall gerettet. Jetzt gibt es hier wieder eine Bühne, die jüngst in der Serie Babylon Berlin prominent in Szene gesetzt wurde.

Konzert des Moka Efti Orchestra im Ballhaus Berlin (Quelle: rbb)
rbb

Das Moka Efti Orchestra

Das Delphi war in "Babylon Berlin" Kulisse für den glamourösen Tanzpalast Moka Efti. Das 14-köpfige Orchester, das in der Serie auf der Bühne den Hit "Zu Asche zu Staub" spielt, tourt nun auch ganz real durchs Land.

Der Fotogaf Richard Thieler (Quelle: rbb)
rbb

Unterwegs mit Kinofotograf Richard Thieler

Der Fotograf Richard Thieler ist fasziniert von Kinogebäuden. Für ein Bild für seine Kino-Reihe, an der seit knapp zehn Jahren arbeitet, reist er auch mal um die Welt. In Berlin hat er bereits 45, weltweit mehr als 500 Kinos abgelichtet.

Probe von "The Sequel" im Maxim Gorki Theater (Quelle: rbb)
rbb

Kulturnotizen

+ "The Sequel" am Maxim Gorki Theater
+ "Around the World in 14 Films" im Kino in der Kulturbrauerei
+ "The Emergency Artist" in den Sophiensaelen

Comic-Autor Mawil im Reprodukt Verlag in Berlin (Quelle: rbb)
rbb

Der Comicverlag Reprodukt

Wenn man in Berlin über Comics spricht, kommt man am Reprodukt Verlag nicht vorbei. Weil der Verlag so außergewöhnliche Geschichten veröffentlicht hat, hat er vom Berliner Senat einen Förderpreis bekommen.