Künstlerin Susanne Schirdewahn in ihrem Atelier in den Gerichtshöfen in Wedding (Quelle: rbb)
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- Aus dem Künstleralltag in den Gerichtshöfen

Malerei, Bildhauerei, bildende Kunst: Im Künstlerquartier Gerichtshöfe in Berlin-Wedding gibt es Räume mit ganz verschiedenen Kunstformen. Rund 70 Ateliers befinden sich in der ehemaligen Fabrik. Doch wie sieht der Arbeitsalltag hinter den Fabrikmauern aus?

"Hi, ich bin Charles Thorburn."
'"Meine Name ist Susanne Schirdewahn."'
"Meine Name ist Silke Bartsch. Ich bin Malerin."
"Ich bin Künstler und Bildhauer."
"Ich bin bildende Künstlerin und Autorin."

Silke Bartsch, Malerin
"Mein Tag beginnt mit dem Fahrradweg hier hin, ganz wichtig. Dann koche ich erst mal einen Kaffee und gucke, ob die anderen da sind. Dann nehme ich auch häufig meinen Laptop mit ins Atelier, checke Emails und mache mir so eine kleine To Do."


Charles Thorburn, Bildhauer
"Als erstes mache ich Musik an. Für mich ist das wie ein Katalysator, der mich in die richtige Stimmung bringt, damit ich mich wirklich an die Arbeit machen kann.
Im Zentrum Berlins gibt es wenige bezahlbare Ateliers, besonders wenn man Bildhauer ist und Dinge macht, die staubig oder laut sind. Das will eigentlich niemand. Hier entsteht Kunst."

Susanne Schirdewahn, Künstlerin
"Klassisch ist, um halb sieben aufstehen, was ich nie wollte. Aber da ich Kinder habe, stehe ich morgens auf. Und wenn die in der Schule sind, lege ich mich ins Bett, lese Zeitung und trinke Kaffee, um umzuschalten und dann fahre ich meistens ins Atelier und dann gleich Farben anmischen und los geht’s."

Susanne Schirdewahn, Künstlerin
"Es ist eigentlich so eine reine Impulsarbeit über lange Strecken. Durch diese Bürste kommt die Leinwand unten wieder zum Vorschein und darüber gibt es im Auge so ein Flirren, also auch eine Leichtigkeit wieder. Wenn ich es zwei Wochen nicht angerührt habe, dann weiß ich, es ist fertig. Also eigentlich ganz einfach."


Silke Bartsch, Malerin
"Wenn ich hier zeichne, ist das auch so eine Herausforderung für mich, weil es halt nicht korrigierbar ist. Hier muss jeder Strich eigentlich sitzen."

Charles Thorburn, Bildhauer
"Ich probiere hier so ein paar Ideen aus, wie dieses Foto zu einer Skulptur werden könnte, aber ich bin mir noch nicht ganz sicher. Ich habe sehr viel von den anderen hier gelernt. Sie kennen die Stadt viel besser, wissen wie man etwas ausstellen kann. Es ist super hilfreich, dass sie alle da sind und ich aus ihren Erfahrungen lernen kann."

Susanne Schirdewahn, Künstlerin

"Und irgendwann ist es abends und meistens noch eine Vernissage. Berlin ist voll von Vernissagen und da geht man natürlich hin, um Leute zu treffen, Kontakte zu machen."


Autorin: Anna Tschöpe

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