Blick in ein Atelier auf dem Holzmarkt 25-Gelände (Quelle: rbb)
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- Der Holzmarkt - ein Künstlerdorf mitten in Berlin

Der Holzmarkt in Berlin-Friedrichshain ist ein besonderes Ort, der kulturinteressierte Touristen magisch anzieht. Früher war hier die Bar 25, legendär für ihre ausschweifenden Parties. Heute steht an ihrer Stelle ein urbanes Dorf, mit viel Freiraum für Kreatives.

Der Holzmarkt – ein Dorf inmitten der Großstadt. Mit Marktplatz, Café, Ateliers und sogar einer eigenen Halle für Artisten, wie Eike von Stuckenbrok und Oskar Mauricio. Der eine ist gerade zu Gast aus Kolumbien, der andere lebt in Berlin und entwickelt Aufsehen erregende Bühnen-Shows.

Eike von Stuckenbrok, Artist und Tänzer
"Ich war ganz lange selber Artist und Tänzer und habe dann angefangen, selber Stücke zu machen, weil es mich oft gelangweilt hat oder genervt hat oder ich irgendwie eine große Fresse hatte und es besser wusste und es dann auch irgendwann machen musste. Mir macht es total Spaß, Sachen selber zu kreieren."


Für ihre Auftritte sind die Artisten in der ganzen Welt unterwegs. Aber hier auf dem Holzmarkt haben sie einen Ort, an den sie immer wieder zurückkehren und trainieren können.

Eike von Stuckenbrok, Artist und Tänzer
"Es ist eine der realsten Utopien, die ich in meinem Leben je gefunden habe. Ich war viel unterwegs, auch mit den Jobs und viele Leute versuchen es und sind so nah drangekommen, aber wie der Holzmarkt ist bis jetzt keiner, glaube ich, so richtig."


Es ist diese besondere Atmosphäre, die auch Chris und Catharina Schmid hierher gezogen hat. In einem Container haben die beiden vor einem Jahr ihre Galerie "Silber & Salz" eröffnet. Söhnchen Caspar und Hündin Resi sind immer mit dabei. In der Galerie zeigen sie vor allem Arbeiten von Fotokünstlern, gerade Aufnahmen von einem Berlin, das langsam verschwindet. Oasen, wie der Holzmarkt auch eine ist.

Catharina Schmid, Galeristin
"Man hat hier seinen Ort gemietet, man ist trotzderm Teil der Gemeinschaft, aber macht trotzdem im Kleinen sein eigenes Business und seinen eigenen Stil. Das wird auch toleriert und es soll auch so sein, dass jeder ein bisschen seinen eigenen Geschmack einbringt."

Chris Schmid ist selbst Fotograf. Eine eigene Galerie zu eröffnen - ein Wagnis. Im Internet hat er den Container gekauft und selbst ausgebaut. Mit Kran und Sattelschlepper wurde er dann zum Holzmarkt gebracht.

Chris Schmid, Galerist
"Der Plan ist schon langfristig hier zu sein, da wir uns sehr wohlfühlen, aber klar: Man hat die Option, diese Galerie durch die Welt zu bewegen."

Dabei kommt die Welt in den Holzmarkt. Scharen von Touristen suchen hier das besondere Berlin-Flair. Hinter fast jedem Fenster entsteht etwas Neues. Wie im Studio "Eyecandy". Fanny Böhme und Juliette Mainx sind ein Fotografinnenduo mit internationalen Werbekunden. Gerade sitzen sie an einer neuen Kampagne.  

Juliette Mainx, Fotografin
"Es ist schön, zwischen so viel Kreativität immer unterwegs zu sein. Man trifft immer verschiedene Leute. Es gibt so viel Verschiedenes, was hier produziert wird. Für uns ist es super."

"
Eyecandy" - der Name ist Programm. Denn ihre poppig bunten Fotografien sollen ein Augenschmaus sein. Gerade bauen sie einen neuen Hintergrund für eine unkonventionelle Weihnachtskarte. Heute wird es wieder ein langer Abend - in ihrem Studio am Holzmarkt.


Autorin: Birgit Wolske

weitere Themen der Sendung

Holzmarkt 25-Gelände (Quelle: rbb)
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Geschichte und Zukunft des Holzmarkt-Geländes

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Mitglieder des Kiezchor in Berlin singen im U-Bahnhof Schlesisches Tor (Quelle: rbb)
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Kulturnotizen

+ Kurzfilmtag im Kino Scala in Werder
+ "He? She? Me! Free" an der Schaubühne
+ Saxofonquadrat beim Louis-Lewandowski-Festival

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"Haußmanns Staatssicherheitstheater" an der Volksbühne

Als Komödie über die Stasi ist dieses Theaterstück angekündigt: "Haußmanns Staatssicherheitstheater". Der Titel deutet es an, es ist eine autobiographisch gefärbte Geschichte. Im Dezember feiert sie Premiere an der Volksbühne.