Martin Sauerborn und Brigitte Hausmann in der Schwartzschen Villa (Quelle: rbb)
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- Die Geschichte der Schwartzschen Villa

Früher war die Schwartzsche Villa in Steglitz die Sommerresidenz einer Bankiersfamilie, heute ist sie ein Ort, wo jeder Kultur machen und erleben kann. Zum Jahresanfang eröffnet sie neue Ausstellungsräume - nur wenige Meter entfernt im Gutshaus Steglitz.

Martin Sauerborn ist hier der gute Geist, und das ist sein Lieblingsort in der Schwartzschen Villa.

Martin Sauerborn, Veranstaltungstechniker
"Hier sind wir an einer Stelle, wo man wirklich den schönsten Blick auf einen Teil des Parks und das umliegende Gelände hat. Es sieht aus wie in alten Zeiten, dort ist die gotische Backsteinkirche, und die Rotbuche ist sicher über 150 Jahre alt."

Er arbeitet hier als Hausmeister und Veranstaltungstechniker. Zu diesem Haus hat er eine ganz besondere Beziehung.

Martin Sauerborn, Veranstaltungstechniker
"Vom Herzen her ist es erst mal ein Juwel, das vor dem Abriss gerettet worden ist."

Als die Villa vor rund 130 Jahren gebaut wurde, war Steglitz noch ein Dorf.

Martin Sauerborn, Veranstaltungstechniker
"Das war die Sommerresidenz für Herrn Schwartz uns seine Familie."

Die Berliner Bankiersfamilie Schwartz hatte sich das großzügige Anwesen einst gebaut. Nach dem Zweiten Krieg wird die Villa als Waisenhaus, Restaurant und Butterlager genutzt. 1981 setzt sich eine Bürgerinitiative für ihre Restaurierung ein.

Martin Sauerborn, Veranstaltungstechniker
"Ich wäre gern einer von den Jungs gewesen, die versucht haben, da einzudringen, um zu sehen, wie es drinnen aussah. Da gab es leider wenig zu fotografieren."

Die halbverfallene Villa wird unter Denkmalschutz gestellt, aufwendig saniert und 1995 als Kulturzentrum eröffnet. Klassische Konzerte finden hier regelmäßig statt. Heute probt die schwedische Pianistin Maria Lettberg hier. Sie war immerhin schon einmal für einen Grammy nominiert. Nach Steglitz kommt sie gern und testet hier ihre Bühnenprogramme vor Publikum, bevor sie auf Tournee geht.

Maria Lettberg, Pianistin
"Das ist mein Heimathafen. Ich habe hier ganz viel mein neues Programm gespielt, bevor ich woanders in der Welt mein Programm gespielt habe, auch meine Aufnahmevorbereitung. Und das ist eine wunderbare Sache, es gibt nicht viele solcher Orte in Berlin."

Im März gibt Maria Lettberg ihr nächstes Konzert - am internationalen Frauentag.

Direkt gegenüber von Martin Sauerborns Büro ist zur Zeit eine Ausstellung zu 100 Jahren Frauenwahlrecht zu sehen.

Brigitte Hausmann ist hier die Chefin. Und sie hat noch viele neue Ideen.

Brigitte Hausmann, Leitern des Fachbereichs Kultur Steglitz-Zehlendorf
"Also, ich würde zum Beispiel mal sehr gern ein Festival machen, vielleicht nur zwei Wochen, wo das ganze Haus den Künstlerinnen und Künstlern überlassen wird, Musikern, bildenden Künstlern oder auch Tanztheater, und das hier eben so eine Art Festival kreiert wird. Ein Festival mit einem interdisziplinären Charakter."

Martin Sauerborn würde sich darüber sehr freuen.

Martin Sauerborn, Veranstaltungstechniker
"Dass die vielen verschiedenen Kunstformen einen jedes Mal vor Herausforderungen stellen und dann kurz vor der Eröffnung das Gefühl, es ist gelungen."


Die Schwartzsche Villa, ein Ort mit viel Vergangenheit und einer vielversprechenden Zukunft.


Autorin: Bettina Lehnert

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