Helmut Berger in Cortine d Ampezzo.
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- Doku "Helmut Berger, meine Mutter und ich"

Wenn das Idol der Jugend plötzlich für Monate am Familientisch sitzt - in der Familie von Regisseurin Valesca Peters ist genau das geschehen. Was geschieht, wenn der Weltstar Helmut Berger bei der Mutter einzieht?

Er ist Exzentriker. Selbstdarsteller. Helmut Berger galt als der schönste Mann der Welt, er war der Geliebte von Meisterregisseur Visconti und er war der It-Boy im Jet-Set der 70er Jahre.

Bettina Vorndamme aus dem niedersächsischen Kaff Nordsehl hat aus Langeweile Helmut Berger - den Star  ihrer Jugend gegoogelt. Und was sie im Netz findet, schockiert sie: Skandale, Suff und Dschungelcamp.

Sie hat eine irre Idee: einen Spielfilm mit Berger. Schließlich ist die Tochter im Filmbusiness.

Valesca Peters, Regisseurin
Aber ich meinte immer: Spielfilm Mama, das ist Quatsch! Dann konnte ich sie aber davon überzeugen, dass ein Spielfilm viel zu groß gedacht ist. Dass wir weder ein Renommee haben, noch ein Budget, noch eine Produktionsfirma, noch das Wissen vielleicht auch, um wirklich einen Spielfilm zu machen und dass ich persönlich einen Dokumentarfilm auch viel interessanter finde.

Aber nachdem die Mutter vorgeprescht ist, nimmt sie das Heft in die Hand – notgedrungen. Tochter Valesca Peters ist die Regisseurin des Films "Helmut Berger, meine Mutter und ich". In Salzburg freundet sich ihre Mutter sich mit dem Weltstar an, dort beginnen die Dreharbeiten - in Bergers Domizil.

Die ersten Szenen sind gedreht, aber Helmut Berger geht es gar nicht gut.  Die Filmemachermutter fühlt sich verantwortlich. Und hat wieder eine Idee: Sie holt den einstigen Weltstar ins eigene Haus. Hier in Niedersachsen soll er aufgepäppelt werden.

Helmut Berger nimmt an und nistet sich über Wochen ein. Auch die Oma hilft.

Nichts feudales, aber gemütlich.

So wird die Diva aus Österreich zum familiären Mittelpunkt.

Valesca Peters
Ich meine, wenn Helmut Berger bei einem zu Hause wohnt, irgendwann ist das nicht mehr Helmut Berger die Ikone, sondern das ist Onkel Helmut, der sitzt halt auch mit am Tisch und dann haben wir halt alle zusammen Abendessen, dann erzählt er noch einen Witz und sie ist irgendwann nicht mehr existent diese Trennung.

Schließlich richtet die Mutter für Helmut eine facebook-Seite ein. Der Mann lechzt nach einer neuen Rolle - nach einem großen Auftritt. Und überraschend meldet sich daraufhin die Berliner Volksbühne bei ihm. Im Februar 2018 darf Berger mit 73 Jahren sein Bühnendebüt geben. Im Stück "Liberté" spielt er einen dahinsiechenden Baron der Barockzeit.

Ab hier muss er allein zurechtkommen, denn er hat die Mutter nachhaltig verärgert.

Valesca Peters
Es war einfach leider so, das Helmut und meine Mutter mir ein Happy End dann verwehrt haben, weil sie haben sich einfach total gestritten während der Proben, was sollte ich machen. Dann ist meine Mutter abgereist und das war es.

Die Nerven liegen blank - bei beiden. Die Premiere hat Berger aber gemeistert. Nun ist wieder Ruhe -  in Salzburg. Und Filmemachermutter Bettina kommt sogar wieder zum Schnitzel vorbei.

"Helmut Berger, meine Mutter und ich" ist ein kurioser Film.

Autor: Sascha Hilpert

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