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- Der Imbiss am Kulturforum

Der Platz am Kulturforum wird umgebaut. Alles soll anders werden. Nur eines hat Bestand: der Imbiss von Ahmet Korubay.

Morgens um 10 Uhr am Kulturforum Potsdamer Straße. Zwischen bedeutenden Kulturhäusern wie der Neuen Nationalgalerie und der Philharmonie ist auch dieses Bauwerk seit 30 Jahren eine Institution: Ahmets Imbiss, liebevoll geführt von Ahmet Korubay. Früher hat der gelernte Koch in der Gastronomie der Gemäldegalerie gearbeitet. Heute verkauft der Türke den besten italienischen Kaffee am Platz.

Ahmet Korubay, Imbissbetreiber
Ich verkaufe italienischen Kaffee. Türkischer Kaffee ist gut, aber braucht viel Arbeit. Ah, mein Mausi kommt.

Mausi, das ist Stefanie Pfeifer. Vor sieben Jahren kam die Restauratorin zur Mittagspause - und verliebte sich.

Stefanie Pfeifer, Restauratorin
Tatsächlich haben wir uns hier am Imbiss kennengelernt, als ich für die Kunstbibliothek gearbeitet habe. Ich hatte meine Stulle vergessen, was selten vorkommt, und so haben wir uns kennengelernt.

Und sie hat vergessen zu zahlen. Das erste Mal hat sie vergessen zu bezahlen.

Das es Ahmet nicht so sehr drauf ankommt, mit seinem Imbiss das große Geld zu verdienen, das haben vor allem die Studenten aus der Staatsbibliothek gegenüber mitbekommen. Täglich kommen sie zur Mittagspause hierher, allem Straßenlärm zum Trotz.

StudentInnen
Der Kaffee ist gut, er ist günstig, es gibt oft Rabatt für StaBi-Mitglieder.

Eigentlich könnte man sagen, das ist nicht der typische Pausenort mit der Potsdamer Straße hier, aber irgendwie ist es so eine kleine Insel.

Eine Großstadtoase, wie sie für Berlin selten geworden ist.

Es gab sogar schon Grillpartys hier und ich hab neulich schon zu jemand gesagt, wenn ich meine Doktorarbeit fertig habe, werd ich meine Abchlussparty auf jeden Fall hier an diesem Ort feiern.

Lange wird es die Freifläche hinter dem Kiosk nicht mehr geben. Um dorthin zu gelangen, muss man inzwischen an einem Bauzaun entlang gehen.

Stefanie Pfeifer
Dieser Zaun existiert seit kurz vor Silvester, das ist natürlcih für uns auch das erste sichtbare Zeichen dafür, dass hier Veränderungen anstehen.

Nicht jeder sieht den Platz mit den Augen der Liebe. Jahrzehntelang gab die Fläche Anlass zu Diskussionen. Eine Steinwüste, ein Unort, schimpfen Kritiker. Nun soll ein Neubau die offene Wunde in der Stadt schließen. M20 - das Museum des 20. Jahrhunderts.

Die Berliner fanden prompt einen Spitznamen: "Kunst-Scheune". Stefanie Pfeifer schaut gespannt auf den Entwurf der Star-Architekten.

Stefanie Pfeifer
Ich glaube, ein Hauptanspruch an die Architektur war dieses Verbindende. Dass diese momentan vereinzelt dastehenden Gebäude, die eben nie konzeptionell zusammen gehalten waren, eine Verbindung erhalten.

Wir stehen im Moment ziemlich genau mitten in der Glasfassade.

Ein Blick vom ältesten Gebäude am Platz: Der Matthäikirche. Von oben betrachtet wird deutlich, wie viel Raum das neue Museum einnehmen wird. Ahmet Korubay hofft, dass die Star-Architekten auch die Menschen, die hier leben und arbeiten, im Blick behalten.

Ahmet Korubay
Das ist für mich hier mein Leben, ich liebe das hier. Das ist für mich etwas ganz besonderes.

Ein Blick ins Gästebuch zeigt: Ahmets Imbiss gehört zum Kulturforum einfach dazu.

Autorin: Charlotte Pollex

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