Giovanni Bellini: Maria mit Kind, ca. 1475, Pappelholz, 76 x 54,2 cm (© SMB, Gemäldegalerie / Christoph Schmidt) und Andrea Mantegna: Maria mit schlafendem Kind, um 1455, Leinwand, 48,4 x 32,2 cm (© SMB, Gemäldegalerie / Jörg P. Anders); Montage: rbb
Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie
Bild: Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie

- Rivalen der Renaissance

In der Berliner Gemäldegalerie eröffnet am 1. März die Ausstellung "Mantegna und Bellini". Mit rund 100 Arbeiten werden hier die Werke beider Renaissance-Meister gegenübergestellt. Wir waren bei den Vorbereitungen.

Italien im 15. Jahrhundert, Venedig. Hier lebt der Maler Giovanni Bellini, wenn er durch die Straßen geht, erkennt ihn jeder – schon zu Lebzeiten ein Star.   

Der Doge von Venedig bittet ihn um ein Porträt. Das Bild: Ein Meisterwerk.

Sein großer Konkurrent, sein Schwager Andrea Mantegna, er porträtiert den Kardinal, ist ein wenig älter und auch ein Star.

Neville Rowley, Kurator
Mantegna hat sich früh gefunden, 17 Jahre alt, war er schon ein Wunderkind. Ein Künstler konnte schon seine Altäre malen, signieren, datieren.

Mantegnas Leben beginnt in Armut. Man weiß nicht genau, wann er geboren ist, ungefähr 1430 bei Padua. Mit zehn Jahren ist er Vollwaise und macht eine Lehre als Maler.

Sein Konkurrent, Giovanni Bellini, ist jünger und aus gutem Hause. Geld spielt in dieser Familie keine Rolle. Vater Jacopo ist einer der reichsten und bedeutendsten Maler Venedigs.

Neville Rowley
Bellini brauchte mehr Zeit und er war sehr von seinem Vater beeinflusst, dann von Mantegna.

Nicolosia, Giovanni Bellinis Halbschwester. Sie wird die Frau von Mantegna, der sie in diesem Gemälde verewigt hat, meinen viele Kunsthistoriker. Man weiß es eben nicht so genau.   

Aus Konkurrenten werden Verwandte. Knapp 20 Jahre später kopiert Bellini das Bild seines Schwagers. Warum? Auch das ein Rätsel.

Neville Rowley
Es ist das Moment, wenn der Vater von Giovanni gestorben ist. Vielleicht war das Bild im Haus von Jacopo und es war der Wille, dieses zu kopieren oder eine Version zu haben.

Die San Zaccaria Kirche in Venedig. Giovanni Bellini hat den großen Auftrag bekommen, ein Altarbild zu malen. Eine Auszeichnung. Er lebt gut als Kirchenmaler.

Schwager Andrea Mantegna geht einen anderen Weg. Er wird Hofmaler in Mantua, porträtiert die Fürstenfamilie Gonzaga und wird von ihr monatlich bezahlt.

Mantegna liebt antike Motive und beeinflusst damit die Malerei seiner Zeit.

Bellini ist sein Leben lang ein Suchender, entwickelt sich künstlerisch immer weiter. Er experimentiert mit Farbe und Licht.

Mantegna stirbt in Armut, wird in der Basilika St. Andrea in Mantua begraben.

Über seinen Tod hinaus bleibt er mit Bellini verbunden. Sein Gemälde der römischen Göttin Minerva dient Bellini als Inspiration für einen neuen Auftrag.   

Er soll antike Motive malen, weigert sich erst und nimmt dann doch den Auftrag an, als sein Rivale gestorben ist.

Bellini überlebt Mantegna nur ein paar Jahre.

Was bleibt sind wunderbare Bilder und die Geschichte von zwei Männern, die sich aus Konkurrenz gegenseitig immer wieder anspornen.  

Autorin: Margarete Kreuzer

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