Ausstellung "Gesicher der Arbeit" (Quelle: rbb)
rbb
Bild: rbb

Menschen in Arbeitskleidung im Technik-Museum - Fotoausstellung "Gesichter der Arbeit"

Rauchende Schlote, Menschen in Arbeitskleidung – der Fotograf Günter Krawutschke dokumentierte die Industriebetriebe im ehemaligen Osten Berlins. Nach über 30 Jahren drückt der 79-Jährige auch heute noch auf den Auslöser.

Günter Krawutschke  ist  unterwegs von seiner Wohnung in Blankenfelde nach Köpenick.  Der 79-Jährige war früher Pressefotograf und Bildreporter. Fotografieren ist seine große Leidenschaft. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht.

Günter Krawutschke, Fotograf
Ich turne bis zur Urne als Freiberufler. Fotos mache ich seit meinem 20. Lebensjahr ungefähr, das war erst Hobby, und das hat mich dann  gefangen genommen.

Heute will er das ehemalige VEB Kabelwerk Oberspree fotografieren. Hier hat er vor über 30 Jahren schon mal seine Kamera aufgebaut, damals für die Berliner Zeitung.

In den beiden Jahrzehnten vor dem Mauerfall machte Günter Krawutschke viele offizielle Auftragsbilder. Dabei kam er den Arbeitern sehr nah und fotografierte sie auch in ungestellten Momenten. Jetzt sind seine Bilder im Deutschen Technik Museum zu sehen.

Hier trifft er sich mit dem Bernd Lüke, mit dem er die Fotos zusammengestellt hat.

Günther Krawutschke
Das ist das Lenchen. Also es hat irgendwas, weil sie hat schwarze Hände sie ist schmutzig und kämmt sich ihre Haare, das ist eines meiner Lieblingsbilder.

Diese Fotos sind ungeschönte, teils intime Einblicke in einen längst verschwundenen Staat und seine Arbeitswelt.

Günther Krawutschke
Viele wurden nicht abgedruckt, das passte auch nicht rein. Dieses Bild auch nicht, das war nun passend im Karl-Marx-Jahr. Aber hier sieht man die Schwere der Arbeit und ein Unwohlsein. Da war der Plan, da war die Erfüllung, und man merkte so eine gewisse Unzufriedenheit Und trotzdem haben die Leute fleißig gearbeitet.

Dieses Bild von 1980 wurde in der DDR mehrfach ausgezeichnet: ein Portrait von Gerhard Voss, damals ein gefeierter "Held der Arbeit".

Günter Krawutschke und Bernd Lüke gehen noch einmal ins Archiv des Museum. Hier lagern mehr als 4.000 Fotos von Günter Krawutschke. Der Fotograf will sich noch einmal die Bilder anschauen, die nicht ausgestellt sind. Wer auf diesem Foto zu sehen ist, das wüßte er heute nur zu gerne.

Günter Krawutschke
Wir fragen uns jetzt wie die junge Frau Merkel in die Elektrokohle kommt. Ob sie hier eine Extraschicht geschoben hat, also alle sagen das ist ja Frau Merkel, kann sie ja nicht sein, ja vielleicht war sie es ja doch.

Bernd Lüke, Kurator
Das sieht ihr zumindest ähnlich.

Günter Krawutschke ist froh, dass seine Bilder jetzt hier aufbewahrt und gepflegt werden. Auch wenn es ihm schwer gefallen ist, sich von Ihnen zu trennen.

Günter Krawutschke
Da habe ich zu meiner Frau gesagt, da wird einem ein Stück vom Leben weggenommen. Aber das ist so, wenn man in den ganz alten Negativen sucht. Dann erinnert man sich, wo man sich gar nicht mehr dran erinnert hat. Und es gibt immer wieder Geschichten, die wieder hochkommen. Aber anderseits war ich dann froh, dass ich mich davon getrennt habe, denn es gehört ins Museum.

Autorin: Margarete Kreuzer

weitere Themen der Sendung

(Quelle: rbb)
rbb

Die neue Direktorin des Gropius-Baus

Seit Februar 2018 Stephanie Rosenthal Direktorin des Martin-Gropius-Baus in Berlin. Welche Ausstellungen es dort zu sehen gibt, plant sie selbst. Wir haben sie dabei begleitet.

Shani Leiderman (Quelle: rbb)
rbb

Das neue Gropius-Bau-Restaurant "Beba"

Im neuen Gropius-Bau-Restaurant "Beba" setzt Shani Leiderman auf hausgerösteten Kaffee und Gemüse aus dem restauranteigenen Garten. Ein Blick in die Küche der Restaurantmanagerin.

bauhaus imaginsita HKW Ausstellungsansicht © Silke Briel / HKW
© Silke Briel / HKW

Kulturtipps

Ausstellung "bauhaus imaginista"
+ Oper "Poros"
+ Berlin Graphic Days