Künstlerin Margret Eicher bei der Arbeit (Bild: rbb)
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- Margret Eichers Kunstteppiche hängen in Caputh und in Mitte

Die Kuratorin, Künstlerin und Teilzeitspediteurin Margret Eicher bedient sich bei Meisterwerken der Kunstgeschichte und Pop-Kultur und rückt sie mit ihren Collagen in ein ganz neues Licht. Dabei sind ihre kunstvollen Wandteppiche alles andere als bodenständig.  

Es ist früh am Morgen, 7.30 Uhr und Margret Eicher hat ihren Computer schon angeschmissen. An diesem entstehen ihre Kunstwerke.

Margret Eicher, Künstlerin

"Ich brauche meinen Rechner und ich brauche das Internet, um Motive, Motivvorlagen zu finden. Ich brauche den Photosshop, die Maus ganz wichtig und das war’s schon."

Auf ihrem Rechner sammelt sie Bilder, die sie inspirieren. Nachrichtenfotos, Werbung oder Pinup-Girls – die Motive nimmt sie und macht daraus Collagen - Entwürfe für ihre Wandteppiche.

In einer Weberei in Belgien, hier werden die Entwürfe von Margret Eicher gewebt. Im Barock waren solche Tapisserien ein Statussymbol für den Adel - sündhaft teuer und handgemacht. Je nach Farbe des Garns fühlt sich das Gewebe unterschiedlich an.

Margret Eicher, Künstlerin

"Die hellen, sanften, weichen, beigen Farben sind meistens Baumwolle und insofern sehr weich. Je dunkler eine Tapisserie ist, je mehr Rot- und Dunkelblautöne sie hat, umso härter ist sie in der Oberfläche."

Zurück in Berlin, Margret Eicher ist unterwegs zum me Collectors Room in Mitte. Parallel zu Caputh arbeitet sie dort an der “B.A.R.O.C.K.”-Ausstellung - als Kuratorin, Künstlerin und Spediteurin.

Margret Eicher, Künstlerin

"Das sind mehrere Holzlatten und dünne Eisenstangen. Die brauche ich später zum Aufhängen der Tapisserien… Das ist eigentlich der Grund, warum ich einen Kombi fahre. Ich kann eine ziemlich umfassende Ausstellung in meinem Auto transportieren."

Margret Eicher hat einen ihrer Teppiche mitgebracht. Er soll heute gehängt werden.

Margret Eicher, Künstlerin

"So und dann müssen wir im oberen Drittel der Latte eine Bohrung machen."

Margret Eicher, Künstlerin

"So wär schon nicht schlecht. Vielleicht noch ein bisschen tiefer? Nee, höher. Ich würde aber etwas mehr zum Fenster vielleicht gehen."

"Nach der Jagd" heißt das Werk, in dem Rapper Snoop Dogg auf einen Edelmann trifft. Beide scheinen stolz zu sein auf ihre Beute. Die Mächtigen und Einflussreichen damals und heute – eigentlich hat sich nicht viel verändert.

Margret Eicher, Künstlerin

"Im Barock gibt es sehr viel Pathos in der Personendarstellung - wie wir sagen würden: im Posing. Das Posing spielt im Barock eine große Rolle, spielt auch für uns heute eine große Rolle."

In der Wunderkammer gehen die Vorbereitungen weiter. Vier Künstlerinnen stellen hier aus. Auf die Scheibe der Vitrinen lässt Margret Eicher Folien anbringen. Darauf zu sehen - Vorhänge aus barocken Gemälden – digital verfremdet.

Folienlieferantin

"Das ist einfach schief… Das heißt: Ich druck’s nochmal, ne?"

Margret Eicher, Künstlerin

"Würde ich sagen."

Folienlieferantin

"Wann ist Eröffnung?"

Margret Eicher, Künstlerin

"Am Samstag."

Folienlieferantin

"Das schaffen wir locker."

Die Tage vor der Eröffnung – Margret Eicher ist angespannt, schließlich soll alles perfekt sein und jedes Werk muss an seinen richtigen Platz.

Autorin: Anne Kohlick

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