Freiwillige Helfer pflegen den Garten der Liebermann-Villa am Wannsee. (Bild: rbb)
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- Der Garten der Liebermann-Villa

Der Garten der Villa hat eine besondere Bedeutung. Hier hat Liebermann immer wieder seine impressionistischen Motive gemalt. Heute ist der Garten denkmalgeschützt. Jeden Dienstag pflanzen und pflegen der neue Gärtner und freiweillige Helfern das "Außenatelier".

Sven Lieberenz ist seit einem Jahr der Chef im Liebermann-Garten.

Sven Lieberenz, Gärtner

„Morgen Kiki, die Rosenschippe liegt drüben im Fach.“

Immer dienstags bekommt er Unterstützung – ehrenamtlich. Von 30 Damen und ein paar Herren aus ganz Berlin – und Brandenburg?

Sven Lieberenz, Gärtner

„Christian, schnappst du dir den Salat. Morgen erstmal. Nägel und rote Schnur ist alles drüben, eine schöne Reihe und einen 15ner Abstand.“

Sven Lieberenz verteilt die Arbeit und alle machen mit. Der Garten ist ein Denkmal. Alles soll so aussehen wie damals, als Familie Liebermann noch hier wohnte.

Sven Lieberenz, Gärtner

"Man sagt eigentlich bei einem denkmalgeschützten Garten: Kreativität ist ein Kündigungsgrund, weil es soll ja so sein wie es war. Es gibt klare Vorschriften, ich habe einen Gartenbeirat mit dem ich alles regelmäßig durchgehe, der dann sagt: das stimmt, das stimmt nicht, hier müssen wir nacharbeiten und das ist schon wichtig, dass wir das einhalten."

Wie es früher ausgesehen hat zeigen Liebermanns Gemälde. Der Garten, den er extra für sich anlegen ließ, war eines seiner liebsten Motive.

Sven Lieberenz, Gärtner

"Es gibt ja auch kaum geschwungene Wege. Es ist letztendlich immer hier alles ein Quadrat oder ein Rechteck, damit es auf eine Leinwand passt."

Etwa 200 mal hat Max Liebermann seinen Garten gemalt – zum Glück, denn so konnte man ihn wieder perfekt rekonstruieren. Vor dem Haus hatte sich der Künstler nach holländischem Vorbild einen Bauerngarten anlegen lassen. Damals revolutionär und für seine Nachbarn gewöhnungsbedürftig.

Sven Lieberenz, Gärtner

„Die hatten ja alle wunderschöne Rosengärten und so weiter in den Vordergärten und wir hatten hier aber einen Nutzgarten und dadurch war natürlich Liebermann auch immer im Gespräch. Der war natürlich auch ästhetisch gepflegt, als Künstler war ihm das wichtig und der Nebeneffekt war eben, dass er dann Familie und Angestellte damit ernähren konnte.“

Sven Lieberenz und sein Team halten sich genau an die Vorstellungen des Malers Auf diese Weise fühlen sie sich ihm nah. Max wird er hier von vielen genannt.

Sven Lieberenz, Gärtner

„Meist wird so über Max gesprochen ja. Ob er das gewollt hätte, ist die Frage. Der wurde bestimmt gern gesiezt.“

Es geht in den hinteren Teil des Gartens. Wie immer im Mai müssen die blauen und gelben Stiefmütterchen raus aus dem Beet.

Astrid, freiwillige Helferin

"Gelbe Blumen mochte er eigentlich nicht, die hat er nur wegen des Farbspiels mit rein genommen, weil Gelb ja wichtig ist, in der Malerei auch. Man kommt ja um Gelb nicht drum rum."

Für den Sommer muss es jetzt aber rot sein. Geranien werden gepflanzt. Immer an der Rabatte entlang.

Kiki, freiweillige Helferin

„Ich bin einfach eine begeisterte Gartenarbeiterin und deswegen finde ich das einfach gut. Natürlich klar, Liebermann, man will was zurückgeben, das kommt natürlich auch noch dazu. Dass man diese schreckliche Vergangenheit natürlich nicht ungeschehen machen kann, aber irgendwie was wieder tut.“

Die einen kommen wegen Liebermann, die anderen wegen der Gemeinschaft. Aber auf eines freuen sie sich alle.

Sven Lieberenz, Gärtner

"Nach so harter Arbeit und Forderung meinerseits brauchen die Ladies und Herren natürlich auch etwas Belohnung in Form von Kaffee und Kuchen."

800 Geranien hat das Team heute gepflanzt. In den nächsten Wochen werden sie weiter aufblühen und den Garten wieder beleben, den Max Liebermann so geliebt hat und oft gemalt hat.

Sven Lieberenz, Gärtner

 "Sieht doch schick aus, wie immer perfekt. Max hätt' sich gefreut."

Autorin: Anna Tschöpe

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