Der französische Jazz-Musiker Vincent Peirani (Bild: rbb)
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- Jazz-Musiker Vincent Peirani im Portrait

Vincent Peirani zu Besuch in Berlin. Er kommt aus Paris. Der Musiker spielt Jazz - und das auf einem Akkordeon.

Vincent Peirani, Jazzmusiker

(engl.)„Es gibt keine Grenzen. Ich spiele Hip Hop, Electronic, alles. Du denkst es ist ein Instrument der alten Leute, ein altbackenes Instrument? Gib's zu."

Dabei hat er Akkordeon anfangs gehasst, sein Vater wollte dass er spielt. Da war er elf Jahre alt. Er begann mit klassischer Musik. Gerade hat er ein neues Album mit seiner Frau Serena Fisseau herausgebracht. Der 39-Jährige ist weltweit unterwegs. Wir treffen ihn kurz vor seinem Auftritt in der Berliner Philharmonie. Er kommt häufig nach Berlin.

Vincent Peirani, Jazzmusiker

"Hier gibt es eine echt aktive Jazz- und Untergrundszene mit sehr unterschiedlichen Musikstilen. Ich mag das, weil es viel mehr unterschiedliche Kombinationen an Einflüssen gibt, als in anderen Städten. Das ist was ganz Besonderes.“

Wenn er in Berlin ist, besucht er im Grunewald oft den Musikproduzenten Sigi Loch, der ihn mit entdeckt hat.

Sigi Loch, Musikproduzent

„Ah little big man! Willkommen in Berlin. Willkommen in der Act-Art Collection.“

"Kleiner, großer Mann" - Das kann man wohl sagen bei eine Körpergröße von 2,05 Meter.

Sigi Loch, Musikproduzent

„Ich werde das erste Mal, als du hier gespielt hast, nie vergessen. Das war pure Magie.“

Vincent Peirani, Jazzmusiker

"Im Alter von 16 hatte ich Krebs. Ich bin wirklich ein sehr positiver Typ und ich sagte mir: Gut, es wird lange dauern, aber es gibt keinen Zweifel, dass ich siegen werde, durch die Musik. Ich habe viele Gefühle durchlebt. Für mich ist die Musik lebenswichtig. Ich brauch sie, um zu leben."

Er glaubt die Musik hat seinen Lymphknotenkrebs mit geheilt. Am liebsten spielt er übrigens barfuß. Sein neuestes Projekt: Unterwassermusik mit dem Sopran-Saxophonisten Emile Parisien. Er versteht sich als Botschafter seines Instruments. Das Akkordeon wird auch von Jazz-Musikern häufig belächelt.

Vincent Peirani, Jazzmusiker

"Es ist eigentlich schade... Erst machen sie sich lustig, und wenn ich dann spiele und zeige, was ich kann, sagen sie: Hey, nicht schlecht. Und dann ist man Teil der Familie."  

„Natürlich liebe ich was ich tue, ich spiele meine Musik und kann machen, was mir gefällt. Das witzige ist, stell dir einen anderen Job vor, wo du das Büro betrittst und man applaudiert, um dich willkommen zu heißen. Vielleicht solltest du das an deinem Schreibtisch mal ausprobieren."

Autorin: Theresa Majerowitsch

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