Der Kinderzirkus in der alten ufaFabrik (Bild: rbb)
rbb
Bild: rbb

- Der Kinderzirkus

Die ersten Besetzer der ufaFabrik finanzierten sich über ein Zirkusprojekt. Daraus ging der Kinderzirkus hervor, der mittlerweile Generationen von Artisten ausbildet. Wir erleben, wie dieser Zirkus heute funktioniert und was die Kinder von der ufa-Utopie lernen.

Nein, wie Unterricht fühlt sich das hier nicht an. Und doch lernen die Kinder eine ganze Menge in der Zirkusschule der ufaFabrik. Kinder aus allen Teilen Berlins kommen hier her. Und: Sie trauen sich was!  

Die elfjährige Ida und ihre vier Jahre ältere Schwester Charlotte gehören schon zu den fortgeschrittenen Artistinnen. Ein normaler Turnverein käme für sie nicht in Frage.

Ida Schanowski neben Schwester Charlotte, Nachwuchsakrobatin

"Hier kann man einfach mal so frei sein und man kann sich austoben. Ich finde es auch besser, als wenn man in so einem strengen Turnverein ist. Dann sagen die immer so: Nein, du machst das jetzt. Und wenn man es nicht kann, dann versuchen die es dir auch nicht richtig beizubringen. Peter macht das schon ganz gut."

Peter war einst Automechaniker, bevor er seine Leidenschaft für Artistik entdeckte.

Ihm geht es um mehr, als ein perfektes Rad zu schlagen. Er zeigt den Kindern, dass man mit Mut viel bewegen und erreichen kann.

Peter Seybold, Artistiklehrer

"Wenn ich sage: 'Kann ich nicht' und weggehe, lerne ich das nie. Deshalb heißt es hier: 'Kann ich nicht, gibt es nicht.' Wie heißt es hier? 'Kann ich noch nicht', genau!"

Einfach gemeinsam etwas machen. Aus diesem Geist ist der ufa-Zirkus vor 40 Jahren entstanden. Eine bunte Zirkusfamilie, zu der nicht nur Artisten, sondern auch Clowns und Musiker gehören. Allen voran Juppy, die gute Seele der ufaFabrik

Juppy, Clown

"Als Zirkusdirektor musst du eine Nummer machen, dachte ich. Löwen wollte ich nicht machen. Die leben in der Savanne da sollen sie auch bleiben. Da habe ich mir aus dem Tierheim Lankwitz zwei Hunde geholt. Da hatte ich auch schon einen Titel: Vom Hundeknast zum Zirkusstar."

Menschen begeistern und zum Lachen zu bringen. Für Juppy steht schnell fest: Auch ein Kinderzirkus muss her.

Juppy, Clown

"Kinder haben mich damals, als wir mit dem Abendprogramm gespielt haben, immer gefragt: Juppy ich möchte auch Clown werden, ich will Artistik lernen."

Beim ufa-Zirkus-Festival zeigen die Kinder regelmäßig ihre Talente.

Juppy, Clown

"Jeder braucht eine Rolle, in der er einmalig ist. Das braucht jeder Mensch. Und wenn es vergessen wird, gibt es ein Riesenproblem."

Zurück zum Training. Zirkus, das finden die Mädchen, die hier trainieren, ist die beste Schule. Hier lernen sie, sich gegenseitig zu achten, Teamgeist zu entwickeln und über sich selbst hinaus zu wachsen.

Hier in dem Zirkus lernen die Kinder, einfach sie selbst zu sein.

Peter Seybold, Artistiklehrer

"Das ist manchmal nicht so perfekt, wie in so einer Zirkusshow, aber das genau ist es eben."

Autorin: Charlotte Pollex

weitere Themen der Sendung

Frido Hinde, Chef des Kultur Centrums in der ufaFabrik (Bild: rbb)
rbb

Ein Tag in der ufaFabrik mit Frido Hinde

Fridolin Hinde ist 35 und Geschäftsführer des Internationalen Kultur Centrum ufaFabrik. Er ist auf dem Gelände geboren, verließ die Kommune mit 19 und kehrte vor ein paar Jahren zurück. Er zeigt uns das Areal und teilt seine Geschichte.

Ein historisches Foto der ufaFabrik (Bild: rbb)
rbb

Die Geschichte der ufaFabrik

Das heutige ufaFabrik-Gelände war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges das Kopierwerk der Ufa, der Universum Film AG. Zur Nazizeit wurde es zu Propagandazwecken genutzt. In den 70er Jahren wurde der Betrieb eingestellt und von Künstlern besetzt.

Haus der Statistik (Bild: rbb)
rbb

Das Haus der Statistik

Am Alexanderplatz in Berlin wurde in den 60er Jahren das "Haus der Statistik" gebaut. Ein riesiges Plattenbau-Areal mit diversen Häusern. Es steht seit 2008 leer. Künstlerinitiativen wollen dort einen neuen Standort für Kultur, Wohnen und Arbeiten einrichten.

Eine Künstlerin in Reinickendorf präsentiert ihr Atelier. (Bild: rbb)
rbb

Kulturtipps

+ Ausstellung: Comic Journalism im Museum für Kommunikation
+ SEEFF - South East European Film Festival
+ Wochenende der offenen Ateliers in Reinickendorf

Regisseur Sebastian Schipper bei den Dreharbeiten zu "Roads" (Bild: rbb)
rbb

Film: "Roads" von Sebastian Schipper

Regisseur Sebastian Schipper ("Victoria") zeigt in seinem neuen Film "Roads" die Probleme und Chancen Europas: Zwei unterschiedlich privilegierte Jugendliche suchen ihr Glück und ziehen quer durch Europa. Was hat Schipper über Europa zu sagen?